Eigentlich gibt es nur zwei Arten, einen Hai-Horror unterhaltsam umzusetzen: Entweder ist genügend Budget vorhanden und mithilfe von inszenatorischem Talent gelingt so etwas wie „The Shallows“ oder man bündelt geballtes Unvermögen zu Trash wie bei der Reihe um Sharknado. Autor und Regisseur Justin Lee produzierte zwar mit geringem Budget, nimmt seinen Hai-Horror jedoch furchtbar ernst.
Eigentlich sollten es die Flitterwochen für Jesse auf Hawaii werden, doch nachdem sie der Verlobte sitzen ließ, begleiten sie ein paar ihrer besten Freunde. Auf einer kleinen abgelegenen Insel will die Gruppe entspannen, doch ein weißer Hai hat das Urlaubsparadies bereits für sich entdeckt…
Die Geschichte ist in zwei parallel ablaufende Handlungsstränge aufgeteilt: Einerseits gibt es den raubeinigen Harlan, der in Eigenregie den Tod seiner Tochter rächen will und andererseits jene Gruppe junger Menschen, denen viel Zeit für banale Aktivitäten eingeräumt wird. Dennoch kann sich innerhalb der Austauschbaren kein Sympathieträger hervortun. Das spätere Mitfiebern fällt ergo sprichwörtlich ins Wasser.
Zwar werden zwischenzeitlich ein paar Namenlose vom Biest geschnappt und jenes beweist früh ein effektives Gespür fürs Timing, als es sich im Sprung einen Felsenspringer krallt, doch die Angriffe ermüden in ihrer lieblos inszenierten Form rasch. Nahaufnahmen des Hais vermengen sich mit windenden Körpern und vielen Strudeln, woraufhin sich das Wasser rot verfärbt. Viel Explizites ist da nicht auszumachen, es gibt lediglich ein abbes Bein und ein paar Fleischwunden.
Bezeichnend für die unausgegorene Handlung ist die ausbleibende Bedrohung durch die Bestie. Während Harlan eher ziellos umherschippert und im Prinzip keiner konkreten Spur folgt, bleibt das menschliche Fischfutter lange Zeit dem Meer fern, wodurch kritische Momente erst gar nicht entstehen. Erst im letzten Drittel kommt es vermehrt zu Opfern, doch der Showdown unterstreicht einmal mehr die Ideenlosigkeit des Drehbuches. Stattdessen wird danach noch ein ellenlanger Cliffhanger aufgebaut, der nun gar keine Lust auf eine Fortsetzung versprüht.
Die Darstellung des Hais erfolgt auf unterschiedliche Art. CGI vermengen sich mit nachgebauten Gebissen und Stock Footage, wodurch der Eindruck entsteht, es nicht mit einer Kreatur zu tun zu haben. Oftmals weichen Aufnahmen der Flosse deutlich von den Unterwasserimpressionen ab und letztlich vermag auch der unauffällige Score keine dramaturgische Spitzen zu suggerieren. Bis auf einen Gastauftritt von Jeff Fahey ist auf darstellerischer Basis ebenfalls nichts bemerkenswertes zu vermelden.
Schon in der frühen Phase der Geschichte macht sich eine gewisse Ideenlosigkeit bemerkbar, die von lahmen Figuren und unspektakulären Haiangriffen umgeben ist. Sonderlich spannende Momente sind nicht auszumachen und allenfalls einige Impressionen der malerischen Kulisse Mauis kaschieren das ansonsten niedrige Budget.
Knapp
4 von 10