"Nichts - Was im Leben wichtig ist" ist eine dänische Produktion, basierend auf einem Roman, welche beide keine Bedeutung haben.
Inszenatorisch gibt es bei den Dänen natürlich Nichts auszusetzen, tolle SchauspielerInnern, tolle Atmosphähre. Doch das war es leider schon - Nichts.
Die Grundidee, die Bedeutung oder im Weiteren den Sinn des Lebens zu behandeln, ist natürlich großartig und schon Tausende von Jahren alt.
SPOILER:
Piere-Anton verschanzt sich auf einem Baum, weil er die Bedeutung der Bedeutung kritisiert und derer widerspricht. Laut ihm seien wir Alle nur Kopien von einem systemischen Konstrukt, das sich ständig wiederholt. Dies ist die Grundannahme dieser philosophischen "Charakterstudie". OK.
Es ist sein erster Tag an der Schule, an welchem er diese Aussagen tätigt und sich auf seinem Baum verschanzt. Dennoch solidarisieren sich im Minutentakt immer mehr Schüler der Klasse mit ihm und versuchen, ihn durch die Mitteilung der Bedeutung ihrer wichtigen Bedeutungen den Tag zu verschönern und ihn zu überzeugen, dass er seinen Baum verlässt. Hier wird schon mal ein "Hundeopfer" erbracht oder Finger "gespendet", doch letztendlich recht unspektakulär und endet als "Kunst-Episode", welche ihre Bedeutungen verkauft haben, um eine Bedeutung zu erlangen.
SPOILER ENDE
Warum, weshalb? Ich denke das lässt sich inszenatorisch nicht darstellen. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber ich denke, dass diese Thematik schriftlich besser zur Geltung kommt.
Ja, das Leben mag keine Bedeutung haben, doch mag mal Jemand Leben und Bedeutung konkret definieren können. Kann man nicht. "All das macht uns zu einer besseren Version zu uns selbst", so bezeichnet ein Lehrer beispielsweise die Notwendigkeit, an der Bedeutung der Landesflagge festzuhalten. Ja, hier mag er Recht haben.
Was ansonsten würde unserem Leben einen Sinn geben, als kurzweilig - Anfang, Ende des Lebens - dieses bewältigen zu können? Ausgestattet mit Emotionen, mit menschlich definierten Makeln, mit dem Wissen, dass das Ende kommen wird.
Nichts, sofern man "Nichts" definieren kann, definiert uns als das was mir sind. Wir quälen Tiere, wir quälen Menschen, wir führen Krieg, wir lieben unsere Familien, wir haben Freunde usw. Tja, das dürfte wohl Bedeutung sein.
Diese Bedeutungen sind mit Schuld geprägt, mit Hoffnung, mit Liebe, mit Furcht. Aber letztendlich ist es Nichts.
Da mag der junge Piere-Anton schon Recht haben. "Es bedeutet sowieso Nichts". Aber warum sind wir dann hier? Warum existieren wir, wenn überhaupt? Vielleicht um zu fühlen, um Positives in der "Seele" zu spüren, um sich im negativen Sinne durch Zigaretten, Alkohol, Drogen, Mord, Krieg usw. gegenseitig zu vernichten?
Meiner Meinung nacht ist die Bedeutung von Nichts, dass wir das Nichts ignorieren (müssen), um einen Sinn in unserem Dasein zu finden, welches Niemand erklären kann. Warum, weshalb, wieso? Niemand weiß es.
Und hier ist mir die Geschichte viel zu oberflächlich. Jeder stellt sich fragen über den Sinn den Lebens. Wie gesagt, ich kenne die Lektüre nicht, aber solche Fragen kann man in einem Film nicht einfangen.
Daher scheitert der Streifen in meinen Augen - abgesehen von der Inszenzierung - inhaltlich an allen Ecken und Enden. Philosophisches Denkwerk kann man nicht auf Bild zeichnen, philosophisches Denken hat man in sich. Und dieses Denken ist völlig bedeutungslos.
Ja, es handelt sich um ein Drama, sollte jedoch dem Genre der "Bedeutungslosigkeit" zugeordnet werden. Vielleicht war dies auch die Intention, "Nichts" zu verfilmen.
FAZIT: Einwandfrei dänisch inszeniert. Musik gibt es keine. Wenn man sich philosophischen Themen mit Ponny-Haarschnitt, ein bisschen Alkohol, Hanf und Hornbrille, in einer netten Runde mit "Gleichgesinnten" widmen möchte, und diese anschließend ohne ergiebiges Ende diskutiert, bis die Sonne aufgeht, so ist er für diese Gruppe von Menschen geeignet. Eine solche Gruppe würde bereits nach den ersten zehn Minuten zu diskutieren beginnen, und der Film würde nebenbei laufen, ohne, dass weiter zugesehen wird. Ja, das ist die Bedeutung des Films "Nichts". Für den Durchschnittsseher völlig uninteressant, einschläfernd und nicht einmal "ansatzweise verstörend", da - wahrscheinlich basierend auf der Romanvorlage - völlig sinnfrei, also bedeutungslos ist.
Ich zähle mich eher zu ersterer Zusehergruppe, doch leider war ich bei der Sichtung alleine. Daher gibt es von mir verdiente 3/10 Punkten.