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Er spricht nicht, - er lässt Taten sprechen. Art, der Clown ist nach sechs Jahren Pause zurück und mit ihm Ideengeber und Regisseur Damien Leone. Mit knapp siebenfachen Budget gegenüber dem Vorgänger bereitet er eine handwerklich saubere Schlachtplatte, deren so genannte Schlafzimmerszene schon jetzt legendär ist.

Ein Jahr nach den Morden in Miles County geht der Killer-Clown Art (Davis Howard Thornton) erneut um. An Halloween treibt er sein Unwesen unter den zahlreichen, kostümierten Menschen und hat letztlich Jonathan (Elliott Fullam) und seine Schwester Sienna (Lauren LaVera) im Visier…

Der erste Teil umfasste eine knackige Laufzeit von 84 Minuten, während die ungeschnittene Fortsetzung sage und schreibe 138 Minuten in Anspruch nimmt. Das ist für einen reinen Slasher eine ungewöhnliche Laufzeit, zumal in Sachen Bodycount nicht unbedingt neue Rekordzahlen erreicht werden und der Clown pausenlos seinen Bluttaten nachgeht. Folgerichtig gestalten sich nicht wenige Szenen zu ausgeschmückt, alltägliche oder nicht übermäßig interessante Vorgänge hätten deutlich gestrafft werden können, wogegen der familiäre Hintergrund mit dem verstorbenen Vater und seinen düsteren Visionen etwas mehr Background hätte eingeräumt werden können.

Zum Mitfiebern mit Sienna und Co langt es jedoch und da ein Clown in den Tagen vor Halloween nur bedingt auffällt, kann der bereits im Vorfeld seine Werkzeuge wetzen.
Dem Schlächter gesellt sich derweil ein bleiches Mädchen hinzu, von dem zunächst nicht sicher ist, ob es tatsächlich existiert oder lediglich eine geistige Erweiterung von Art verkörpert. Spooky gestaltet ist sie zumindest, während Art einmal mehr mit Pantomime und treffsicheren, teils bewusst ausladenden Gesten für zynische Einlagen sorgt. Der Garstige mit weißem Gesicht, langen Zähnen und dünner Gestalt lässt es sich nicht nehmen, als vermeintlicher Hausbesitzer Süßigkeiten in einem zweckentfremdeten Behältnis zu servieren oder im Kostümverleih diverse, lustigen Brillen auszutesten.

Selbstverständlich kommt auch seine überaus sadistische Ader zum Vorschein, denn er belässt es grundlegend nicht beim Einsatz von nur einem Folterwerkzeug. Bis auf sehr wenige Hilfsmittel sind nahezu sämtliche Gewalteinlagen in puristischer Handarbeit entstanden und die muten schlichtweg erstklassig an. Ob er unter Zeitdruck auf ein Maschinengewehr zurückgreift, eine Hautschere an unzulässiger Stelle ansetzt, das Skalpell oder die Machete schwingt oder einfach nur mit reiner Kraft diverse Knochen in alle Richtungen bricht, - eine bluttriefende, explizite in Szene gesetzte Splatterfeier ist dem Genrefreund gesichert.

Dabei fällt die Betonung auf einige Retro-Zutaten nicht mehr so vordergründig wie beim Erstling auf, obgleich im Bereich der Requisiten bis hin zu Filmausschnitten und Postern auf Details geachtet wurde und der Score um älter klingende Elektrosounds bemüht ist. Gegen Finale wird einmal mehr die Kulisse eine Jahrmarktes eingebunden und auch hier sorgen zahlreiche Geisterbahneffekte alter Schule für eine abgerundete Stimmung.
Auch die passablen bis herausragenden Darsteller um Thornton und LaVera fügen sich gut ins Geschehen, wobei ihnen nicht zuletzt die Kostümierungen und das grundsolide Make-up entgegen kommen.

Trotz der ausufernden Laufzeit sind keine Durchhänger oder Leerlaufphasen auszumachen und obgleich das Treiben von A bis Z komplett überraschungsfrei verläuft, liefert Leone mit seiner Fortsetzung genau das, was eingefleischte Genrefans bestenfalls erwarten konnten.
Mit mehr Zynismus und ausgedehntem schwarzen Humor wäre hinsichtlich des geplanten dritten Teils gar noch eine Steigerung drin.
7 von 10

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