Art, der allseits beliebte Killerclown aus "Terrifier 1", entpuppt sich als quicklebendig bzw untot und mordet direkt nach seiner blutrünstigen Flucht aus der Leichenaufnahme heiter weiter. Insbesondere hat er es auf eine Familie abgesehen, deren verstorbener Vater mystisch anmutende Prophezeiungen über ein gewaltsames Zusammentreffen zwischen seinen Sprösslingen und dem Bösewicht hinterlassen hat.
Nachdem der erste Teil schnell die Herzen der Fans gewinnen konnte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Macher mit "Terrifier 2" ein Sequel an den Start brachten. Hier hat man offenbar auf das Motto "schneller, länger, härter" gesetzt und konsequent Fanservice betrieben, was dem Film gut zu Gesicht steht.
Interessanterweise hat man dieses mal ein gutes Stück mehr Handlung vorzuweisen als zuvor. Die Charaktere werden relativ lange und ausführlich etabliert, wobei auch Wert auf eine sich langsam entfaltende Backstory gelegt wurde. Die Mystery-Elemente wirken hierbei ein wenig deplatziert, stören jedoch nicht allzusehr.
Art ist präsenter und hat ein wenig von seiner geheimnisvollen Aura verloren, was aber dem Ende von Teil 1 geschuldet ist und eine logische Konsequenz der Geschehnisse darstellt. Dafür wirkt die Figur verschrobener und perverser und einen Sidekick in Form eines Clownmädchens (!) hat er auch gefunden. Diese stellt sich als geglücktes Element heraus und kann "Terrifier 2" noch eine gewisse Prise Charakter verleihen.
Ansonsten interessiert den Genrefan wohl primär das Gematsche und Gemetzel, das man schon vorab in einigen Clips bewundern durfte. Die Macher haben ordentlich an der Splatterschraube gedreht und lassen kaum Wünsche offen. Die Gewaltszenen kommen stellenweise wirklich außergewöhnlich grausam und sadistisch herüber und werden so genüsslich zelebriert, dass man fast schon an den alten Fulci denken muss. Die allseits bekannte Schlafzimmerszene, in der ein Teenager Mädel auf niederträchtigste Art zerlegt wird, soll hier stellvertretend für die zahlreichen Gewaltakte erwähnt werden. Hier verwundert es nicht, dass man in Deutschland nur eine stark geschnittene Version in die Supermärkte stellen konnte (heutzutage heißt das was).
Dennoch gibt es auch einige mittelschwere Mängel zu verzeichnen. Der Film ist defintiv zu lang und vor allem die Dynamik des unnötig ausgedehnten Showdowns ist schlicht und ergreifend nicht gelungen und fast schon ermüdend. Hier verspielt der Film wirklich eine erhebliche Menge an Potential. Ähnlich suboptimal ist die Handlung im Mittelteil, die zwar ganz annehmbar ist, aber ebenso einige Kürzungen hätte vertragen können. Warum hat man hier nicht einfach die Schere angesetzt, anstatt alles eher schlecht als recht unter einen Hut bringen zu wollen...?
Fazit: "Terrifier 2" ist unterhaltsam, stellenweise extrem grausam und alles in allem eine würdige Fortsetzung, die das Original stellenweise übertrifft. Leider sorgen einige Längen und eine etwas unausgegoren wirkende Gewichtung der verschiedenen Genreelemente dafür, dass keine wirklich sehr gute Punktzahl vergeben werden kann - auch wenn man den neusten Streich von Art sicherlich empfehlen kann.
7/10