„Art the Clown“ ist zurück – mit höherem Budget, etwas besseren Effekten, mehr „Humor“ und deutlicher Überlänge.
Das Sequel schließt nahtlos an den ersten Teil an. Art, im ersten Teil gestorben und wiedererweckt worden, jetzt also offiziell ein übernatürlicher Killer. Der größte Horror der Fortsetzung: Art erhält eine Art Backstory, bzw. Pseudo-Mythologie. Die Geschwister Sienna und Jonathan haben Träume und Visionen des Clowns, im Skizzenbuch ihres verstorbenen Vaters finden sich Zeichnungen von Art und seinen Opfern – sowie von Sienna als „Demonslayer“. Und so wird aus dem ursprünglich sehr tighten Original hier ein ausgedehnter Slasher mit Mainstreamstruktur und Mysteryaspekt.
Dass Damian Leones Stärken nicht gerade in Charakterisierung und Storytelling liegen, ist offensichtlich. Und so nähert sich TERRIFIER 2 nach dem vielversprechenden Erstling leider den zahlreichen üblichen Durchschnittsslashern an, die denken, ihre kreativen Kills in eine nichtssagende Rahmenhandlung einbetten zu müssen. Klar, die berüchtigte „Bettszene“ ist selbst für Hardcore-Horrorfans extrem, doch der Film lässt seinen Zuschauern zwischen solchen Episoden Zeit zur Erholung – anders als die krasse nonstop Verfolgungsjagd des ersten Teils.
So sind die 148 Minuten mit ihrem nicht enden wollenden Finale einfach eine Zumutung und vor allem vollkommen unnötig – man würde von TERRIFIER 2 am liebsten ein 85-minütige Schnittfassung sehen. Sozusagen den „Anti Director‘s Cut“.