Für erfahrene Bergsteiger mag das Erklimmen des Mount Everest über die „einfache“ Route bereits zur Routine zählen und doch gibt es einige Achttausender, die deutlich mehr Gefahren bergen. Wie die Annapurna, die sich ebenfalls im Himalaya befindet. Leider versäumt es Autor und Regisseur Ibon Cormenzana, etwas mehr Kletter-Action einzubinden, um ein entsprechendes Gefühl für jene Gefahren zu erhalten.
Nachdem Mateo (Javier Rey) wie ein Irrer fürs Bergsteigen trainierte, wagt er sich auf die Annapurna. Doch bereits am Fuße des Berges stürzt er ab und wird von der erfahrenen Bergsteigerin Ione (Patricia López Arnaiz) gefunden und in ihrer Hütte gepflegt. Trotz des Rückschlages will Mateo den Gipfel erklimmen, zur Not auch ohne Unterstützung von Ione…
Mann, Frau, Hund und Berg, - von letzterem sind zwar einige Ansichten zu erhaschen, doch bevor es in höhere Gefilde geht, spielt sich ein Großteil der Handlung in besagter Hütte in rund 3000 Metern Höhe ab. Über Mateos Motivation wird nur wenig bekannt, denn erst gegen Ende wird sein wahres Ziel enthüllt. Ione war bereits am Ziel ihrer Träume angelangt, verfiel daraufhin in Depressionen und hat sich seither in die einsame Hütte zurückgezogen. Mateo gegenüber wirkt sie lange Zeit recht kühl und distanziert, weshalb es mit der Empathie lange Zeit nicht so recht klappen will.
Zwar erfährt man im Verlauf etwas über kleine Gemeinsamkeiten der Bergsportler und die beiden nähern sich zwangsläufig ein wenig an, doch dauert es viel zu lange, bis es endlich an den Aufstieg geht, der dann auch noch wesentliche Stationen ausklammert.
Hier wäre ein Kampf gegen die Natur, die Kälte und den Sauerstoffmangel im Zelt bei 7000 Metern Höhe wünschenswert gewesen. Ein wenig richtet zwar das ausgezeichnete Make-up und die beiden Mimen performen grundsolide, doch die wahren Strapazen werden nur unzureichend bebildert.
Das ist insofern schade, als dass Cormenzana durchaus Ansätze des Bergsteigens einbindet, sogar ein Wettrennen der beiden an einer Eiswand liefert, doch die wirklich prekären Momente kommen eben nicht zur Geltung. Immerhin kommt in der letzten Viertelstunde dennoch ein wenig Spannung auf und auch der Score findet angemessen zurückhaltende Töne.
Letztlich ist das Bergsteigerdrama eher eine innere Reise der beiden Protagonisten und weniger eine körperlich betonte Unternehmung. Dieser Aspekt leidet ein wenig unter mangelnder Abwechslung, da die kurze Regeneration in der Hütte deutlich zuviel Zeit in Anspruch nimmt, während das Treiben in absoluten Höhen zu sehr vernachlässigt wird.
In Sachen Suspense wäre da deutlich mehr drin gewesen.
5 von 10