Dreh- und Angelpunkt von Noah Baumbachs Gesellschaftskomödie ist eine dysfunktionale Familie, die geradewegs aus einem John Irving-Roman entstammen könnte (verfilmt wurde allerdings eine Vorlage von Don DeLillo):
Jack (Adam Driver versucht sich als Steve Coogan-Imitator) ist College-Professor und ausgewiesener Hitler-Experte, Babette/„Baba“ (Greta Gerwig mit Big 80s Hair) nimmt Drogen unbekannter Herkunft, Sohn Heinrich ist ein cleverer Faktenchecker, Tochter Denise ist allen immer zwei Schritte voraus.
Gemeinsam müssen sie einen Chemieunfall apokalyptischen Ausmaßes überstehen, später kommen auch noch Miniaturpistolen und ein durchgeknallter deutscher Drogendealer (Lars Eidinger) mit ins Spiel.
Was klingt wie eine aberwitzige Actionkomödie (als die der Trailer den Film auch tendenziell vermarktet), ist in Wirklichkeit eine teils satirische, teils dramatische Abhandlung großer Themen wie Männlichkeit, Psychopharmaka und Angst vor dem Tod, die romanverfilmungsmäßig mäandert, ohne eine straighte, auf den Punkt kommende Story zu erzählen.
Das ist bisweilen unterhaltsam und komisch, aber auch kompliziert und anstrengend, bis das Finale mit Eidinger dann passenderweise vollends ins absurde Theater kippt und der Film mit einer tollen Tanzszene endet. Abgesehen von der Tanzchoreographie wirkt das alles im Buch vermutlich besser.