Review

Die Tragödie brennt

„La Haine“ trifft „Victoria“ trifft „Les Miserables“ in Netflix' „Athena“ über eine französische Stadt im Ausnahmezustand zwischen Revolution, Krieg und Chaos, wenn ein junger Mann von der Polizei getötet wird und die Leute von der Straße das nicht mehr hinnehmen wollen…

Mittendrin statt nur dabei

Ich will nicht lügen - „Athena“ hätte ich schon äußerst gerne auf großer Leinwand gesehen. Fast wie keinen anderen Netflixexclusive. Das hätte im Kino sicher nochmal eine ganz andere Sogwirkung erzielt. Aber auch daheim auf der Couch hat „Athena“ mich genug in seinen Bann geschlagen. Straßenschlachten, Kamerawunder, Betondschungel, Endzeit. Oder Neubeginn? Stellt euch die eine Autosequenz in „Children of Men“ vor - nur als 100-minütigen Aufstand mitten in einer französischen Großstadt. Wahnsinn! In seinen besten Momenten, und davon gibt es gar nicht wenig, ist „Athena“ schlicht episch. Einfach nur episch. Griechische Tragödie trifft Bürgerkrieg. One Takes treffen Tränengas. Oper trifft Gänsehaut. Technisch eine Meisterleistung. Inhaltlich? Eher mager. Man lernt die Figuren auch kaum kennen. Dennoch gleicht „Athena“ das mit enormer Wucht und Fühlbarkeit wieder locker aus. „Athena“ ist ein Rausch. Ein Zeitdokument der französischen Seele. Eine nationale Warnung. Und ein Film wie eine Nagelbombe, die auf eine Mine geworfen wird… 

One(-Thousand-Molotovcocktails)-Shot

Fazit: Intensiv, leidenschaftlich, Kino pur. Egal ob Netflix oder nicht. „Athena“ ist ein außergewöhnliches, fast schon körperliches Erlebnis! The Revolution Is About To Be Televised… 

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