Die Sage um Camelot und dessen König Artus und seiner Tafelrunde, sowie dem Ritter Lancelot, reicht zurück bis ins 6. Jahrhundert, aber wohl nur selten wurde sie so schlecht und schlicht dargeboten wie in „Der 1. Ritter“. Trotz der durchaus und üblicherweise sehenswerten Darsteller, konnte Regisseur Jerry Zucker („Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, „Ghost – Nachricht von Sam“) hier ganz sicher keinen Meilenstein oder zumindest ansehnlichen Film der dieser Sage zugrunde liegt, abliefern.
Vielleicht hätten es hierbei auch 90 Minuten, anstelle der ca. 120, getan um dem Film zumindest einen Hauch an Spannung einzuverleiben. Bis dieser nämlich überhaupt einmal in die Gänge kommt, vergehen gut und gerne 30 Minuten, welche obendrein durch eine doch relativ übertriebene musikalische Untermalung begleitet wird. Insgesamt wurde dabei meines Erachtens zuviel Wert gelegt auf monumentale Hintergrundmusik. Aber genau jene macht den Film nicht spannender, sondern im Verbindung mit dem optischen wohl eher unglaubwürdiger.
Die Kulissen sind zum Teil, insbesondere in Schlachten oder Panorama-Aufnahmen nicht eines Filmes dieser Größenordnung würdig, da sie schlicht und einfach billig und vollkommen unrealistisch wirken. Die Kameraarbeit mag dabei ja gerade noch in Ordnung sein, aber all das andere mit dem sich das menschliche Auge hier quälen muss ist nicht einmal Erwähnenswert.
Dass sich ausgerechnet Sir Sean Connery für diesen Film in der Rolle des König Artus hergegeben hat, bleibt mir wohl auch ein Rätsel. Dürfte wohl eher Rufschädigend gewesen sein. Julia Ormond („Legenden der Leidenschaft“) als dessen Filmgattin macht zwar einen liebenswerten Eindruck und gibt sich auch sichtlich Mühe, kann jedoch dieser Hauptrolle auch nicht ganz gerecht werden. Und Richard Gere...Naja... träumte in „Pretty Woman“ eine Julia Roberst noch von einem Ritter auf dem Weißen Pferd, so macht er hier schon eher den Eindruck eines im Stolz verletzten Schwanes, welcher wie eine Klette (und trotzdem scheinbar Gefühlslos) der Königin und großen Liebe hinterher hechelt. Alles in allem wirkt diese Dreiecks – Beziehung viel zu kitschig und trieft förmlich voller Klischees.
Dass „Der 1. Ritter“ trotz allem aus meiner Sicht nicht total durchfällt, liegt wohl zum einen an der Faszination was die Sage auf mich ausübt (wenn auch schllecht umgesetzt) und es mich somit immer wieder freut diesbezüglich etwas zu sehen zu bekommen. Des weiteren macht ein zwar nicht durchweg überzeugender, aber alles in allem konstant guter Sean Connery einige wirklich gravierenden Negativpunkte wieder gut.
„Der 1. Ritter“ kann man sich gut und gerne einmal ansehen. Aber zu jedem weiteren Anlauf kann ich nur abraten, da der Film bei weitem nicht halten kann was er verspricht. Sei es Schauspielerisch, Atmosphärisch oder auch Inhaltlich. Leider Gottes eher ein Reinfall.