Winziges Kino? Will sich da jemand bewusst unter Wert verkaufen, um das geringe Budget zu rechtfertigen oder bezieht sich Co-Autor und Regisseur Tyler Cornack bereits auf die kleinen Geschichten, die er zu einer Anthologie zusammengefasst hat?
Sechs Kurzgeschichten präsentiert ein Host im Rollstuhl und stimmt das Publikum gleich zum Einstieg auf alptraumhafte Geschichten ein, bei denen womöglich das Lachen im Halse stecken bleiben könnte. Immerhin: Eine gute Portion schwarzen Humors durchzieht die Kurzgeschichten und in einigen Fällen ist zumindest die Grundidee brauchbar.
In „Game Night“ dreht ein Beziehungspartner nach einem Spieleabend durch, weil er die Bedeutung eines bestimmten Begriffes nicht versteht. Ein paar leicht verstörende Bilder reichen leider nicht aus, um die flache Pointe zu kaschieren.
Deutlich besser ist es um das Kapitel „Edna“ bestimmt, als eine einsame junge Frau auf eine Leiche im Fluss stößt und beschließt, diese als Lebenspartner in ihren Alltag einzubeziehen. Ähnliche Motive gab es zwar schon zuhauf, doch die Situationskomik, gepaart mit gesellschaftlichen Denkanstößen verleiht dieser Geschichte etwas mehr Tiefgang.
Etwas pubertär geht es in der dritten Episode zu. Weil ein Typ nur während des traumatischen Erlebnisses eines Raubüberfalls die bislang einzige Erektion hatte, bemühen sich seine Kumpels, jene sexuelle Störung mit Inszenierungen gewissermaßen gerade zu biegen.
Das klingt auf dem Papier besser als in der Umsetzung, doch die anrüchige Geschichte ist weitgehend kompetent mit einigen Zeitlupen in Szene gesetzt und sorgt hier und da für ein leichtes Schmunzeln.
Auch in „Deep Impact“ geht es etwas schlüpfrig zu, als ein Eremit einen Paketzusteller mit der bitteren Wahrheit einer Zeitschleife konfrontiert. Aufgrund des Settings punktet zumindest die Atmosphäre und sogar die Auflösung erhält einen angemessen bitteren Beigeschmack.
Der Tiefpunkt ist hingegen mit dem auffallend kurzen „Motherf***“ erreicht, als eine unbedachte Aussage beim Pokern einiger Mafialeute Konsequenzen nach sich zieht. Einfach nur dumm und absolut unlustig.
Leider bildet auch die letzte Geschichte mit „Daddy´s Home“ kein Highlight, als ein Typ während eines Dates statt Kokain die Asche ihres Vaters schnieft. Auch hier sind die Folgen weitgehend absehbar und trotz einer leicht grotesken Verlaufskurve enttäuschen die finalen Szenen.
Zusammengefasst lässt sich resümieren, dass es lediglich in einem Kapitel um handfesten Horror geht, während die übrigen Kurzgeschichten oft ins Schlüpfrige abdriften und eher wie unausgereifte Teenagerfantasien anmuten. Entsprechend geht es auffallend blutleer und gewaltarm zu und während darstellerisch immerhin tauglich geliefert wird, sind sämtliche Beiträge mit wenig Aufwand in Szene gesetzt. Zwar werden die Geschichten ohne merklichen Leerlauf dargeboten, doch die Pointen enttäuschen mehrheitlich, wonach es auf dem Sektor deutlich bessere Anthologien gibt.
Knapp
5 von 10