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Seit Urzeiten will man dem Publikum Geschichten vermitteln, die auf wahren Begebenheiten basieren. Lässt sich eine Story mit fundierten Fakten recherchieren, dürfen im Nachhinein dennoch einige Umgebungsfaktoren bezweifelt werden und sei es, ob die hier handelnden Figuren wirklich so gläubig sind, wie sie dargestellt werden.
Spätestens, wenn eine Coverversion von Leonard Cohens „Hallelujah“ die akustische Oberhand gewinnt.

Ostern 2009: Mit einem Privatjet soll es für Doug (Dennis Quaid), seine Frau Terri (Heather Graham) und die beiden Töchter (Jessi Case und Abigail Rhyne) von Florida nach Louisiana gehen. Doch inmitten des Fluges stirbt der Pilot und Doug wendet sich panisch an den nächst gelegenen Tower. Per Mobiltelefon wird der erfahrene Pilot Kari (Jesse Metcalfe) kontaktiert, der den Zivilisten mit entsprechenden Anweisungen zur Landung bringen will…

Es ist ein Katastrophenfilm im sehr überschaubaren Rahmen, welcher real existierende Personen beinhaltet. Allerdings scheinen diese durch die Bank nur Gutmenschen zu sein, da Dougs Familie nach einem Grillwettbewerb Obdachlose verköstigt und bei einem Trinker, der seine Abende in einer Bar verbringt, immer noch die Möglichkeit besteht, vom Saulus zum Paulus zu mutieren, weil er sich im Tower endlich seiner Verantwortung bewusst wird.
Was es allerdings mit einer aufdringlich-nervigen Figur einer Teenagergöre auf sich hat, die mit Anhang an einem PC mit Flugsimulator sitzt und jede Expertenmeinung infrage stellt, erschließt sich bis zuletzt nicht, denn aktiv tragen die beiden rein gar nichts zum Geschehen bei.

Überhaupt wird die Chose phasenweise überdramatisiert, wenn sich auch noch eine Erdnussallergie hinzu gesellt, die merkwürdigerweise nicht die üblichen Symptome aufweist oder eine ganz bittere Schlechtwetterfront angekündigt wird, die wenige Minuten darauf strahlend blauem Himmel weicht. Da sind die Wege des Herrn wirklich unergründlich.
Aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge, was einer sanften Landung durchaus entgegenkomme dürfte.

Technisch ist die Angelegenheit einigermaßen glaubhaft umgesetzt, obgleich die zweimotorige Maschine zuweilen wie das Model eines Flugsimulators anmutet. Etwaige Turbulenzen und auch eine anberaumte Landung mit eklatanter Kursabweichung sehen okay inszeniert aus und auch diverse Geschäftigkeiten im Flugtower fallen weitgehend glaubwürdig aus.

Etwas schwieriger wird es beim unfreiwilligen Piloten Quaid, der nach einigen offensichtlichen Gesichtsbaustellen nur noch am markanten, spitzen Lächeln zu erkennen ist und die meiste Zeit abhängt, als stünde er reichlich neben sich. Besser und natürlicher performt Heather Graham als mentale Stütze und auch Metcalfe ist bemüht, relativ viel aus der schlichten Anweiserrolle herauszuholen. Derweil ist der orchestral gehaltene Score durchaus gelungen und mit „Spirit in the Sky“ von Norman Greenbaum ist zumindest ein Song gegeben, der trotz religiöser Färbung ein wenig rockt.

Für die einen mag es Wohlfühlunterhaltung sein, für die anderen ein Potpourri aus Sentimentalitäten, Peinlichkeiten und plakativen Klischees. Tatsache ist, dass der Irrflug nie zum Nägelkauen spannend wird, sich die Schauwerte in Grenzen halten und die religiöse Beweihräucherung in diesem Rahmen gerade noch so erträglich ist, um nicht vorzeitig vom Glauben abzufallen.
5 von 10

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