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Als drei fiese Burschen einen Klassenkameraden nachts im schuleigenen Swimmingpool unter Wasser drücken, erscheint ein ortsansässiger Vampir und kümmert sich um die Jugendlichen, die seitdem verschwunden sind. Jahre später kommt mit Javi (Óscar Casas) ein neuer Mitschüler an diese Lehranstalt und verliebt sich schon am ersten Tag in Sara (Isa Montalbán), traut sich aber nicht, ihr gegenüber etwas anzumerken, da er relativ schüchtern ist. Während die toughe Sara sich in ihrer Freizeit mit Vampiren beschäftigt und am liebsten selbst einer wäre, muß Javi sich mit seinem über-verständnisvollen Papa Fernando (Jordi Sánchez) herumschlagen, der als Alleinerzieher alles richtig machen will, dabei jedoch von einer Peinlichkeit in die nächste stolpert. Fast noch dümmer stellt sich demgegenüber der bei seiner Mama lebende dickliche Diego (Carlos Suárez) an, der einen eigenen Kanal bei YouTube mit Tipps zum Jagen und Vernichten von Vampiren betreibt und es gar nicht erwarten kann, endlich einen solchen mit Holzpflock, Knoblauch und Weihwasser zu erlegen...
Als der gerade bei jungen Leuten sehr angesagte Vampirfilm HollyBlood neu in die Kinos kommt, nutzt Javi, der heimlich unter falschem Namen mit Sara chattet, die Gelegenheit sie dort zu treffen - schließlich hat er ihr per Chat vorgeflunkert, daß dort ein echter Vampir, nämlich Azrael, auftauchen würde. Dessen Rolle wollte Javi, der nicht an Vampire glaubt, Sara zuliebe selbst übernehmen, doch als dann der echte Azrael (Piero Mendez) auftaucht, laufen die Dinge völlig durcheinander...

Horrorkomödien sind stets eine zwiespältige Sache, ersetzen sie doch in aller Regel die für das Horrorgenre an sich substanziell notwendige Spannung durch humoristische Einlagen - und versagen dabei meist mehr oder weniger kläglich. Die spanische Produktion HollyBlood, deren Teenager-Lovestory mit Vampirbezug ein wenig die Twilight-Serie aufs Korn nimmt, versucht dies mit von Anfang an konsequenter Selbstverarschung zu umgehen: beinahe jede/r Darsteller/in macht sich permanent lächerlich und erreicht meist das Gegenteil dessen, was er/sie gerade zu tun beabsichtigt. Bei diesem Dauerfeuerwerk an Gags und Pointen gerät der eigentliche (bereits bekannte und ohnehin unspektakuläre) Plot schnell ins Hintertreffen, was dem Film jedoch keineswegs schadet.

Ob man sich von den Albernheiten unterhalten lassen will, muß der Zuschauer im Falle des Falles selbst entscheiden: der ebenso engagierte wie erfolglose Vampirjäger, dessen Mama seine Jagd-Utensilien verräumt hat und ihm vor laufender Kamera einen rosa Hausschuh an den Kopf wirft oder der großmäulige Klassenfiesling, der ebenfalls Sara daten will und sich bei seinen Drohungen immer selbst im Weg steht, bedienen sich dabei eines Brachialhumors, den man zumindest abkönnen muß. Noch eine Spur schräger sind dann Saras beste (und eifersüchtige) Freundin im Rollstuhl (die von der Regie auch mal schreiend und ungebremst eine Garagenrampe heruntergeschickt wird) oder Javis Vater Fernando, der seinen Sohn fälschlicherweise für schwul hält und darüber in seinem grenzenlosen Verständnis für den Filius nur Peinlichkeiten rauslässt. Eine nette Idee, wenn auch viel zu kurz ausgeführt, ist der titelgebende Film im Film HollyBlood, dessen Darsteller sich in einer kurzen Sequenz freilich auch nur selbst verarschen.

Wenn im Finale dann alle bisher vorgestellten Protagonisten gegen einen bösen Vampir zusammenhalten müssen, das ausgegangene Weihwasser durch Pinkeln in den Swimmingpool wundersam vermehrt wird und ein Real-Madrid-Fan die Barcelona-Hymne singen muß, ist der Höhepunkt des Klamauks erreicht: die dank des flotten Erzähltempos schnell absolvierten 87 Minuten kann man sich ohne große Erwartungen für zwischendurch mal gönnen - 6 Punkte.

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