iHaveCNit: The Woman King (2022) – Gina Prince-Bythewood – Sony Pictures
Deutscher Kinostart: 06.10.2022
gesehen am 06.10.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 4 – Reihe 9, Platz 15 – 20:25 Uhr
Das aktuelle Wochenende bietet im Kino einen interessanten historischen Einblick in die afrikanische Geschichte mit „The Woman King“ von Gina Prince-Bythewood mit einer Viola Davis in der Hauptrolle, der sicherlich bei der kommenden Award-Saison eine Rolle spielen könnte. Vom aktuellen Trend Hollywoods würde das passen, für mich gibt es aber durchaus bereits bessere Alternativen gibt. Das schmälert aber keineswegs, wie interessant und gut ich „The Woman King“ selbst fand.
Im westafrikanischen Königreich Dahomey regiert der eher diplomatisch orientiert König Ghezo. Den Schutz des Königreiches übernehmen neben weiteren Kriegerstämmen auch der Kriegerinnenstamm der Agojie unter der Führung von Nanisca. Nanisca ist vom diplomatischen Kurs Ghezos in Zeiten der Kolonialisierung wenig überzeugt, vor allem, da die portugisieschen Sklavenhändler gemeinsame Sache mit dem gegnerischen Oji-Stamm machen. Gemeinsam mit ihren Kriegerinnen bereitet sie sich auf die Schlacht vor. Ohne zu wissen, dass sie sich durch die Schlacht und die neuen Rekruten auch mit ihrer persönlichen Vergangenheit auseinandersetzen muss.
„The Woman King“ ist ein interessantes, historisches, Actiondrama geworden, bei dem mich durchaus die Ausstattung von Sets, Kostümen und auch weiteren Kleinigkeiten überzeugen konnte. Die Geschichte beziehungsweise der historische Hintergrund, der dem Film zugrunde liegt, war mir bisher noch nicht bekannt und der Einblick in sowohl die Zeit als auch die Thematik hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es durchaus seine Zeit gebraucht hat, bis ich in den Film reingefunden und mich emotional auf den Film einstellen konnte. Der Film ist natürlich für Viola Davis Material für ihren 2. Oscar nach ihrem Supporting Actress-Oscar für „Fences“ im Jahre 2017, denn die emotionale Reise, die sie in diesem Film durchmachen darf ist durchaus auch perfekt auf ihr Schauspiel zugeschnitten. Die emotionale Reise von ihr hat mir sehr gut gefallen. Im weiteren Ensemble sehen wir auch Lashana Lynch, die nach Bond und Marvel erneut in einer weiteren actionlastigen Rolle zu sehen ist. Als weiteres aus dem Ensemble hat mir auch Thuso Mbedu als Nawi sehr gut gefallen und ihre Bindung zu Lynchs Izogie sowie Davis´ Nanisca. Bei der Ausarbeitung der männlichen Seite des Films war mir das aber zu oberflächlich und zu klischeehaft und hat auch auf der Antagonistenseite für eher wenig echte Bedrohung gesorgt. Ob das der aktivistischen Intention des Films zuträglich ist, will ich an dieser Stelle nicht beurteilen.
„The Woman King“ – My First Look – 8/10 Punkte.