Das Schicksal meint es nicht gut mit Brendas (Queen Latifah) Familie: erst stirbt der Vater ihrer beiden Kinder und dann kann sie sich die Miete für das Haus in L.A. nicht mehr leisten. Folglich steht ein Umzug zur Mutter nach Texas an, von dem die 17-jährige Kelly und ihr kleiner Bruder Cam allerdings nicht begeistert sind, doch die resolute Brenda redet den Kindern gut zu, und schließlich ist da noch ihr Bruder Reggie (Chris Bridges aka Ludacris), der immer ein bißchen Gras in der Tasche hat und das Trio begleitet.
Im Familien-Van macht sich das afroamerikanische Kleeblatt dann auf den Weg nach Süden, doch die Reise steht unter keinem guten Stern, denn schon beim ersten Tank-Stop in Arizona werden sie von jungen Einheimischen in einem Pick-up belästigt. Noch unangenehmer gestaltet sich die erste Übernachtung in einem Motel nahe Tucson, als im Nebenzimmer ein Schuß fällt. Die beherzte Brenda versucht zwar noch, dem Angeschossenen erste Hilfe zu leisten, aber zu spät. Dafür entdeckt Reggie dort eine Tasche voller Dollarnoten, die er heimlich an sich nimmt - keine so gute Idee, denn das Drogengeld gehört der lokalen Gangstergröße Mr. Cross, und der will es schleunigst wiederhaben. Auch Brenda will das fremde Geld, als sie unterwegs davon erfährt, allein aus moralischen Gründen wieder loswerden, doch dessen Rückgabe gestaltet sich als wahrer Hindernislauf, zumal auch der Sheriff Captain Hammers (Beau Bridges) noch ein paar Fragen an die verdächtig eilig Abgereisten hat, die eigentlich nur so schnell wie möglich nach Texas wollen...
Zwei bekannte Hip-Hopper als Hauptdarsteller in einem Krimi-Drama sind eine interessante Prämisse, zumal zu Beginn dieses Road Movies gesellschaftskritische Tendenzen offenbar werden, wenn die vier Umziehenden darüber diskutieren, ob sie im weißen Texas überhaupt eine Chance auf einen Neubeginn hätten. Während die Rassismus-Thematik für den Rest des Films eher im Hintergrund bleibt und nur noch selten aufkommt, entfalten sich alsbald die Thriller-Elemente - und hier versagt End of the Road total: nicht nur, daß man die überraschungsarme Handlung mit zufällig gefundenem Drogengeld und der folgenden Jagd danach schon gefühlt tausendmal gesehen hat, ist auch dessen Inszenierung ein einziges Armutszeugnis, zumal der geneigte Krimifreund schon nach einer halben Stunde ahnt bzw. weiß, wer hinter einer bestimmten Identität steckt. Selten hat man einen derart behäbigen Bösewicht gesehen, dem noch dazu sämtliche kolportierten Killer-Attribute fehlen - einfach lachhaft! Doch fehlen dem Streifen, der sich selbst sehr ernst nimmt und statt mit Figurenzeichnungen mit seltsamen Farbfiltern operiert (am Ende ist alles violett ausgeleuchtet - wtf?) ansonsten sämtliche komödiantischen Elemente.
Schlicht unglaubwürdig auch die Inszenierung eines Kampfes zwischen der gefesselten Brenda und einigen Trailerpark-Asis mit White Aryan-Tattoos, die von der übergewichtigen Krankenschwester tapfer einer nach dem anderen wegräumt werden - das ist zwar politisch höchst korrekt, inszenatorisch jedoch absolut lächerlich. Überhaupt bleibt der Wert dieses Films vom gesellschaftspolitischen Standpunkt her fraglich, denn obgleich die USA (besonders seit Trump) ein gespaltenes Land sind und sich Brenda als Mutter Courage absolut tadellos, ja sogar vorbildlich verhält, sind sämtliche Weißen, denen das Kleeblatt begegnet, entweder dumpfbackige Rassisten (obwohl das N-Wort penibel vermieden wird) oder wenigstens Verbrecher, in jedem Fall aber Arschlöcher. Diese extreme Schwarz-Weiß-Malerei, der sämtliche Zwischentöne bzw. Schattierungen fehlen und wo es nur "gut" und "böse" gibt, wirkt absolut unversöhnlich, zementiert den gesellschaftlichen Dissens und ist dem so wichtigen gedeihlichen Miteinander damit alles andere als dienlich. Vielleicht aber hegen Regisseurin Millicent Shelton und Drehbuchautor Christopher J. Moore auch nur einen persönlichen Groll gegenüber dem Bundesstaat Arizona, der hier geradezu rufschädigend schlecht dargestellt wird.
Somit bleibt End of the Road ein vorhersehbar-langweiliges Road Movie mit stereotypen Filmcharaktären, die keinerlei Entwicklung durchlaufen und in diesem dilettantisch inszenierten Streifen voller Logiklöcher auch nicht weiter herausragen, von Queen Latifah einmal abgesehen. Die (streitbare) Rassismus-Thematik beschert hier 3 Gnadenpunkte, ohne sie wäre diese unterdurchschnittlich schwache Produktion zweifelsfrei bei der niedrigstmöglichen Wertung anzusetzen.