Marvel erweitert sein Portfolio und kredenzt mit „Werewolf by Night“ dem Publikum ein TV-Special um eine Gruppe von Monsterjägern, die sich nach dem Tod ihres Oberhaupts versammelt, um in einer Jagd den machtvollen Blutstein und die Führungsrolle der Truppe einzuheimsen.
MCU goes Horror? Spoiler: Nope.
Inszeniert wurde das Ganze von Filmmusikkomponist Michael Giacchino. Dabei ist das Special auf alt getrimmt, offensichtlichst durch die Wahl der überwiegend schwarz-weiß gehaltenen Präsentation. Dazu gesellen sich hier und da ein paar Verschmutzungen und sogar die Marker für den Rollenwechsel. Den gibt es logischerweise nicht, ebenso wenig funktioniert das Retrokonzept hier vollends. Dazu sieht das Bild immer noch zu sauber aus und natürlich bekommt das Szenario sichtbare CGI-Unterstützung. Gerade bei den paar kleinen Gewaltspitzen spritzt das Blut aus dem Rechner.
Inhaltlich bleibt das Gefühl eines netten Experiments, aber ohne den Hauch von etwas Besonderem. Guckt sich eben in unter einer Stunde weg, tut nicht weh, reißt aber auch nichts. Die gewollte Gruselatmosphäre kommt nicht auf, trotz mancher Bemühung, doch es geht eben auch wieder nicht ohne den hauseigenen Humor. Es bleibt eben Marvel und hier ist schon längst in seiner eigenen Formel gefangen.
Auch die Figuren bleiben grundsätzlich egal, bekommen sie doch kaum Hintergrund. Jack und Elsa als zentrales Paar erhalten da etwas Profil, das macht sie aber auch nicht sonderlich interessant.
Insgesamt handelt es sich bei „Werewolf by Night“ um eine nette Idee, die aber typisch glatt umgesetzt ist. Optisch mit ein paar netten Ideen und ebensolchem Setdesign versehen, schafft es kein Horror auf den Bildschirm, keine ernstzunehmende Atmosphäre und wird vermutlich trotzdem vom Fandom ob seiner „Andersartigkeit“ alleine schon abgefeiert werden. Dann doch lieber wieder die alten Streifen aus dem Hause Universal & Co.