What's The Story Morning Gory
Als ausgesprochener Fan von Anthologiehorror und der „V/H/S“-Reihe ließ ich mir mit dem neuesten Ableger etwas Zeit, nachdem er schon um Halloween herum für Shudder in den Staaten viele Streamingrekorde purzeln ließ. Was ich von den fünf neuesten Episoden (u.a. von Flying Lotus und Johannes Roberts inszeniert) halte? Passen die 90er noch ins Konzept? Hat man wirklich zwei ganze Ableger in diesem Jahrzehnt gebraucht? Und nervt der erzwungene VHS-Stil nicht langsam?
SHREDDING
5,5/10
Eine pubertäre Punkband geht einen Schritt zu weit und macht sich lustig am Ort, wo eine kultige Girlband einst totgetrampelt wurde…
Die 90er-Jackass-Rock-Vibes passen schon. Aber das ist mir etwas zu einfach, zu plump, zu unsympathisch in seinen Figuren. Aber die Weichen setzt das zumindest schonmal.
SUICIDE BID
8/10
Umeiner beliebten, weiblichen Collegeverbindung beizutreten lässt sich ein unsicheres Mädel lebendig begraben…
Auch hier ist die Idee wieder enorm ausgelutscht, jederzeit klar und berechenbar - aber es funktioniert dafür besser. Fast perfekt sogar. Schön halloweenig, gemein und absolut nichts für Klaustrophobiker. Wasser, Spinnen, Rache. Kann halt nicht jeder eine Braut im Bruce Lee-Overall sein…
OZZY'S DUNGEON
7/10
Eine typische Spielsendung der 90er (man denkt etwa an den „Super Toy Club“ oder „Takeshis Castle“) samt Hindernisparcours und bescheuertem Moderator schlägt blutig aus der Bahn…
Typisch abgefuckt, abgedreht, Flying Lotus. Nimmt solche Gameshows toll und fies auseinander. Das Ende habe ich nicht ganz kapiert. Aber es gibt schon ein paar richtig eklige Momente. WTF trifft Wünsch-dir-was.
THE GAWKERS
7/10
A la „American Pie“ spannen ein paar Teenager per brandneuer Webcam in das Schlafzimmer ihrer milfigen Nachbarin - bis diese ihre wahre Haarpracht offenlegt und die Blicke der Jungs wortwörtlich versteinern…
Diese kleinen geilen Gaffer… kennt man noch sehr gut… weil man wahrscheinlich selbst damals ein solcher war :D. Erinnert ein wenig an die Episode mit dem Succubus aus dem ersten „V/H/S“.
TO HELL & BACK
7,5/10
Bei einer Beschwörung kurz vor dem Wechsel ins neue Millennium (Y2K) landen zwei Kumpels auf der anderen Seite des Rituals, am heißen Heimatort des Dämons…
Kommt direkt zur Sache und verbringt schön viel Zeit in der Hölle. Düster, humorvoll und flott. Mable ist knuffig. Hätte ruhig noch krasser aufdrehen können. Dennoch ein schöner Abgang.
Fazit: gelungene Anthologie im späten 90er-Style, die besonders bei den Kindern dieses Jahrzehnts und jetzigen Horrorfans gut ankommen sollte. Abwechslungsreich und epochentreu. Ich bin bereit für mein Lieblingsjahrzent nächstes Jahr in „V/H/S 85“!