Review
von Leimbacher-Mario
Ein Stein sie zu knechten
The Rock erzählt selbst, dass er für diese Rolle gemacht war. Schon immer. Dass Black Adam der einzige Superheld ist, den er eh und je spielen wollte. Dass ihm die Geschichte am Herzen liegt und zu ihm passt. Dass dieser Titel die Power hat, das angeschlagene und verwirrte DC-Kinouniversum wieder auf die Beine zu bringen. Nun musste er dieses Jahr liefern. Und tut das meiner Meinung nach leider nur in bescheidenem Ausmaß… Handlung: im alten Kahndaq erhält ein Sklave (ähnlich wie Shazam) übermenschliche Fähigkeiten und wird zur Legende, die sein Volk befreien und beschützen soll. Nun, 5000 Jahre später, wird dieser endlich wieder „Held“ befreit - und erweist sich zwar als mächtiger als vielleicht jede andere Figur im DCEU, doch wenig heldenhaft…
The Rocks Deadpool?!
Ja, The Rock passt in die Rolle und zu „Black Adam“. Das Gefühl habe ich wirklich. Doch das macht die Comicverfilmung noch lange nicht zum Erfolg oder guten Werk. Pierce Brosnan als charismatischer Dr. Strange-Verschnitt ist ein Highlight. The Rock macht jetzt nichts wirklich falsch, kann aber eben auch kaum mehr. Insgesamt wirkt „Black Adam“ leider auf mich wie einer der matschigeren Potpourris im bereits übervollen Superheldenkessel. Viel zu teuer, viel zu künstlich, viel zu wenig Eigenes. Das Ding wirkt berechnet, berechnend und völlig seelenlos für mich. Egal wie lange The Rock das alles schon stemmen wollte. Aber wenn das wirklich sein Passionsprojekt war, wundert mich gar nichts mehr und will ich ihn bitte nicht öfters in seinen etlichen Auftragsarbeiten sehen. Aber wie gesagt: er ist hier nicht das Problem. Fast alles drumherum ist total austauschbar und völlig ohne Gravitas, Bedeutung, Schwere. Es werden Städte zerlegt und große Effekte gezaubert, es werden neue Teams gebildet, Götter gezeigt und gegen einen echten Teufelsdämon am Ende gekämpft, es werden hunderte Millionen verbraten und alles soll dem arabischen Raum seinen ersten eigenen Superhelden geben - doch alles was am Ende im Kopf bleibt ist Sand, Schutt, Asche und Augenzwinkern. Eine Materialschlacht ohne Anfang und Ende, ohne Sinn und Verstand, ohne eigene Ansätze und Ideen, ohne Ziel, Fokus und echte Emotionen. Und gerade neben sowas wie „Avatar 2“ (der übrigens ähnlich teuer war!) verblasst ein solches CGI-Fest dann doch unfassbar heftig. Für mich absolut kein Gamechanger für das DC-Universum. Und auch kein Vergleich zu „Deadpool“, für den Ryan Reynolds ähnlich lang gekämpft hat.
Fazit: für oberflächliche Spektakelunterhaltung reicht's. Wenn man über die komplette Künstlichkeit wegsehen kann. The Rocks Charisma hilft natürlich und man merkt, dass ihm diese Rolle wichtig war. Trotzdem bleibt „Black Adam“ leider nicht im Gedächtnis und ist Superhelden-Fast Food von der Blockbusterstange. Da muss eigentlich viel mehr kommen.