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Vor 5000 Jahren brach sich in Kahndaq ein Aufstand Bahn, der despotische Herrscher Ahk-Ton sollte gestürzt werden. Dieser fertigte die Krone von Sabbac, die ihm unermessliche Macht verleihen sollte. Der, der ihm damals Einhalt gebot, wird nun wiedererweckt. Teth-Adam gilt als Bedrohung, die Justice Society soll sich seiner annehmen und dann taucht auch noch diese Krone wieder auf.

Das Intro ist schnell abgehandelt, im Schnelldurchlauf gibt’s eine Hintergrundgeschichte und schwupps ist man im Heute angelangt. Dort geht es nach der Erweckung gleich flott weiter, der Film scheint es eilig zu haben. Nichts darf sich entfalten, mal nachwirken oder auch nur irgendein Gewicht entwickeln. Es rummst, hier ein flapsiger Kommentar, ein bisschen Erklärung für die Geschichte und alles wieder von vorne. Vermutlich legt er so ein Tempo vor, damit man nicht merkt, was für ein uninspiriert zusammengeklöppelter Quark das hier ist.
Man versucht der Titelfigur dabei noch eine gewisse Ambivalenz zu verpassen. Klappt nur so semi, dazu bleibt sie zu unsauber gezeichnet. Und man weiß eigentlich bis zum Ende nicht, wie der Typ denn jetzt drauf ist. Selbst das Skript wusste wohl letztendlich nicht, wie man den Charakter denn anlegen wollte. Gleiches gilt für die generelle Tonalität. Die wechselt nach Belieben, lässt so jede Einheitlichkeit vermissen.
Nach und nach, vor allem in Rückblenden, erklärt sich Adams Vergangenheit. Doch ist diese das Brimborium, das um sie veranstaltet wird, nicht wert. Nichts gegen einfache Geschichten, aber dann bitte wirkungsvoll in ein interessantes Szenario eingewoben und nicht wie hier, wo alles mit möglichst hoher Taktzahl einfach nur in den Raum geschmissen wird. Adam böse, muss weg, anderer böse, Adam wieder da. Malen nach Zahlen.

Was die Action angeht, so gibt es davon schon was. Gleich zu Beginn nach Adams Auferstehung nimmt dieser eine militante Truppe auseinander und hier zeigt sich ein Problem, das sich durch den ganzen Film zieht. Die Sequenzen sind grundsätzlich nett choreographiert, sehen aber einfach furchtbar nach Videospiel aus. Und nicht nur hier. Vieles in Kahndaq stammt sichtbar aus dem Rechner. Richtig schäbig sieht das bei Kameraschwenks aus, da sich die Perspektiven unsauber mitverschieben. Das wirkt irritierend, passt aber leider zur durchgehend wenig gelungenen Optik in langweiligen Sandfarben und verstärkt den künstlichen Eindruck. Kaum etwas wirkt hier greifbar oder von Gewicht. Und das betrifft nicht nur die üblichen Zerstörungen, sondern auch Gebäude, Fahrzeuge und sogar Klamotten.
Da helfen auch die gern verwendeten Zeitlupen nichts. Denn diese sind hier unspektakulär eingesetzt und lassen jeden Wow-Effekt vermissen, den ein Snyder oder selbst eine Jenkins aus ihnen herausgeholt haben.

Dwayne Johnson, der hier mit sich selbst das DCEU in eine neue Richtung bringen wollte, ist zwar physisch präsent, hat aber sonst nicht allzu viel zu tun. Er kabbelt sich mit dem Rest der Heldentruppe, die recht uninteressant bleibt. Man erfährt ja auch nichts über sie. Ist nicht so, als wären das allbekannte Figuren, so bleiben sie eben komisch kostümierte Nebendarsteller. Selbst ein Pierce Brosnan wirkt etwas verloren in dieser kaum mit Inhalt gefüllten Hülle, in der er sich bewegen darf. Emotionale Bindung zu den Figuren bleibt Fehlanzeige.
Irritierend auch eine Klopperei in Amons Zimmer, bei dem allerlei Merchandise anderer DC-Figuren zu Bruch geht. Sollte das den vorab beschworenen Neuanfang symbolisieren – den sich „Black Adam“ nun wirklich nicht auf die Fahnen schreiben sollte? Vielleicht den Mund etwas zu voll genommen. Dabei wird so viel geredet. Vor allem aneinander vorbei.

Spannungsarm, witzlos, bevölkert von uninteressanten Figuren. Immerhin kurzweilig, aber auch richtig holprig. Die artifizielle Optik verstärkt die fehlende Greifbarkeit, die jeder Sequenz innewohnt und unterm Strich ist „Bluescreen Adam“ kein gelungener Beitrag ins filmische Schaffen des Unternehmens. Quo vadis, DC?

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