Review

iHaveCNit: Die Rumba-Therapie (2023) – Franck Dubosc – Neue Visionen Filmverleih

Deutscher Kinostart: 22.06.2023

gesehen am 23.06.2023

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 20:30 Uhr

Die Rumba ist ein sehr gefühlvoller, intimer Tanz, der zwischen sehr langsamen und auch blitzschnellen Momenten wechselt und in seiner Charakteristik gleichermaßen Flucht als auch Anziehung im Sinne des Flirts und Verführung vertanzt. In Franck Duboscs „Die Rumba-Therapie“, in der er auch eine wichtige Hauptrolle übernimmt, ist die Rumba jedoch kein Bestandteil eines Flirts, sondern Mittel zur Annäherung in einer entfremdeten Vater-Tochter-Beziehung. Wäre der Film eine Rumba, wäre sie in der Dramaturgie etwas holprig und manchmal aus dem Takt, aber durchaus unterhaltsam anzusehen, weil sie auch ein gutes Gefühl am Ende hinterlässt.

Tony ist ein liebevoller Schulbusfahrer und auch mal schroffer Macho, der ein wenig zu stark dem Nikotin zugetan ist und den Traum von einem Leben in den USA hat. Bis ihn ein Herzinfarkt und der Rat des Arztes über sein bisheriges Leben nachdenken lässt. Vor 20 Jahren hat er seine Frau und seine Tochter kurz nach deren Geburt verlassen und nun möchte er sich vor allem seiner Tochter wieder annähern, die in Paris eine Tanzschule leitet. Kurzerhand entschließt sich Tony unter falschem Namen und rudimentärer Tanzvorbereitung mit seiner Nachbarin Fanny in ihrer Tanzschule einzuschreiben. Doch kann er sich dort überwinden, seiner Tochter die Wahrheit zu erzählen und wie wird sie das alles auffassen ?

„Die Rumba-Therapie“ ist eine sehr unterhaltsame, französische Wohlfühlkomödie geworden, die durchaus einige, sehr interessante, skurrile und witzige Nebencharaktere enthält und auch am Rande durchaus clever, wenn auch oberflächlich Themen wie zum Beispiel Rassismus, toxische Männlichkeit und Homophobie einbindet. Im Kern bietet diese Wohlfühlkomödie jedoch ein von Franck Dubosc und Louna Espinosa teils schroff und teils herzlich gespieltes Vater-Tochter-Drama, das lustige, emotionale, spannende, tragische und gefühlvolle Momente enthält und auch technisch interessante Tanzsequenzen aus der Tanzschule enthält. Hier wird es vor allem für den tanzaffinen Cineasten, der sich gerne auch mal mit der RTL-Freitag-Abend-Tanz-Unterhaltungsshow „Let´s Dance“ beschäftigt sehr lustig, wenn es um die Identifikation der einzelnen dort gezeigten Tanzstile geht. Insgesamt bleibt der Film jedoch an der Oberfläche, geht nicht wirklich in die Tiefe und die Dramaturgie des Films ist sehr sprunghaft und holprig und gerät manchmal auch aus dem Takt – gerade wenn Handlungsentwicklungen wie aus dem Nichts kommen. Dazu gehört auch ein vielleicht etwas fragwürdig eingebettetes Element, das aus der psychologischen Entwicklung der Vaterlosigkeit bei jungen Frauen entstehen kann und für mich nicht in die Choreographie des Tanzes beziehungsweise des Films gepasst hat.

„Die Rumba-Therapie“ - My First Look – 7/10 Punkte. 





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