Das Kompromat ist ein ursprünglich aus dem Jargon des sowjetischen
Geheimdienstes KGB stammender Begriff für kompromittierendes Material,
meist über einen Politiker oder eine andere Person des öffentlichen
Lebens.
Der Franzose Mathieu Roussel (Gilles Lellouche) lebt mit Frau und
Töchterchen im sibirischen Irkutsk als Leiter einer französischen
Schule. Mit seiner westlichen Lebensart (u.a. inszeniert er einen
erotischen Tanz zwischen zwei Männern) kommt er bei den traditionellen
Russen nicht wirklich gut an. Eines Tages wird zu Hause vor den Augen
der Tochter vom Geheimdienst FSB festgenommen und ins Gefängnis
gesteckt. Die Anklage: Kindesmissbrauch.
Der Film erzählt - mit vielen Rückblenden - die Historie zu Mathieus
Dilemma. Als ihm selbst sein Anwalt den Rat gibt zu fliehen, macht sich
Mathieu von Irkutsk nach Estland auf den Weg. Interessant wie man in der
heutigen Zeit trotz aller medialen Berichterstattung nur mit einem
Handy und Paypal (damit bezahlt er sowohl Mitfahrgelegenheiten als auch
Übernachtungen bei Privatpersonen) durch halb Russland "trampen" kann.
Der Film - der auf ein wahren Geschichte beruht - ist eher bedächtig
inszeniert. Nur am Schluss kommt so etwas wie Spannung auf. Das
Hauptproblem neben dem langsamen Erzähltempo ist der Hauptcharakter
selbst - er ist einfach kein Sympathieträger. Somit ist Kompromat zwar
in der Grundidee schockierend - aber einfach eher zu langweilig
umgesetzt.
Der Film wurde mir von PLAION PICTURES als Ansichtsexemplar zur Verfügung gestellt.