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Entsprechend seiner Vita scheint sich Autor und Regisseur Steven Luke gerne in Gefilden des Zweiten Weltkriegs auszutoben, wofür ihm bisher das eigentlich benötigte Budget fehlte. Die Folge sind eher unterdurchschnittliche Actioner, was vorliegenden leider einschließt.

1944: Metz im Nordosten Frankreichs, nahe der deutschen Grenze: Während sich Kampfpilot Ross (Kellan Lutz) mit einem Fallschirmsprung feindlichem Beschuss entzieht, gerät LT. Hayes (Hiram A. Murray) in einen Hinterhalt der Wehrmacht. Im Stillen duldet Major Anderson (Dolph Lundgren) eine Rettungsmission, die auf 24 Stunden begrenzt ist…

Luke legt bei seiner schlicht gehaltenen Erzählung Wert auf das Thema Rassentrennung, welche erst nach dem Zweiten Weltkrieg „offiziell“ abgeschafft wurde. Das 761. Panzerbataillon bestand seinerzeit ausschließlich aus Afroamerikanern, welche bei weißen Kameraden häufig auf Ablehnung stießen, was auch hier, gleichwohl etwas klischeehaft thematisiert wird. Umso versöhnlicher erscheint demgegenüber die spätere Bande zwischen dem weißen Piloten und dem schwarzen Lieutenant, die sich zwangsläufig gegen den Feind positionieren müssen.

Das geringe Budget offenbart sich bereits früh während Szenen von Luftangriffen, da entsprechende CGI viel zu geleckt daherkommen und ein entgleisender Zug ebenso deutlich sichtbar aus dem Rechner stammt wie einige Landschaften aus der Luft festgehalten.
Danach lässt die Action etwas zu lange auf sich warten, während man es mit diversen Uniformen und Abzeichen nicht allzu genau nimmt. Auch nicht mit den ausschließlich in den USA verwendeten Schauplätzen, da hier einige Wildblumen auszumachen sind, die in den 1940er noch nicht im Großraum Europa vorzufinden waren.

Da man im Mittelteil zwangsläufig mit längeren Kampfpausen umgehen muss, fallen die schwachen Figurenzeichnungen mit teils lächerlich anmutenden Dialogen umso mehr ins Gewicht. Dabei ist gestandenen Mimen wie einem Michael Jai White oder Tyrese Gibson beileibe nichts anzukreiden und ein Dolph Lundgren kann wenig dafür, wenn ihn seine Rolle mehr oder minder an einen Schreibtisch bindet. Insofern behauptet sich Murray noch am besten, da er seine Screentime mit gekonnten Nuancen optimal nutzt.

Bedauerlicherweise vermag die finale Auseinandersetzung nur noch wenig zu retten, obgleich die verwendeten Panzer offenbar einem Museum entliehen wurden und in Sachen Ausstattung auf der Habenseite zu verbuchen sind. Denn den Gefechten mangelt es an Drive, zumal die Gegenseite reihenweise im Kugelhagel stirbt, aber selbst nicht einmal aus fünf Metern mit einer Panzerfaust umzugehen weiß. Folgerichtig fließt fast kein Blut und der finale Akt gestaltet sich kaum spannend.

Vielleicht wäre mit einem höheren Budget tatsächlich ein wenig mehr drin gewesen, denn zumindest funktionieren Kamera und Schnitt und auch der Score liefert brauchbar. Bei einem Kriegsfilm dieser Kategorie erwartet man grundlegend keine ausgeklügelte Geschichte, doch die Charakterisierungen bleiben weitgehend unterentwickelt und so findet ein Mitfiebern innerhalb der angenehm kurzen 85 Minuten nur sehr bedingt statt.
4 von 10

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