Dass sich Action-Ikone Bruce Willis mit seinen zahlreichen Cameos der vergangenen Jahre keinen Gefallen getan hat, wird mit seinem allerletzten Leinwandauftritt noch einmal unterstrichen. Dennoch ist der Action-Thriller von Regisseur Matt Eskandari, mit dem Willis bereits einige Male arbeitete, ein einigermaßen unterhaltsamer Genrebeitrag geworden.
Für den ehemaligen Secret Service Agenten Justin (Kevin Dillon) ist es die erste Schicht in der Schaltzentrale zur Überwachung Krimineller. Nach kurzer Einweisung durch Shane (Willis) scheint es eine langweilige Angelegenheit zu werden, bis der zu überwachende Drogengangster Eddie (Oliver Trevena) von einem Killerkommando in seiner Villa belagert wird. Entgegen aller Regeln kontaktiert Justin Eddie, der nun per Funk gegen eine Überzahl an Gegnern antreten muss…
Leider nimmt ein Flash Forward gleich zum Einstieg einen entscheidenden Part vom Finale vorweg, wogegen die Einführung der wesentlichen Figuren etwas ungelenk daherkommt. Die Charakterisierungen fallen schlicht aus und auch die Antagonisten sind rasch etabliert oder aufgrund vorhersehbarer Twists schnell ausgemacht. Die zunächst vorherrschende Eintönigkeit bei der Überwachung im titelgebenden Raum überträgt sich teils auch auf den Zuschauer.
Mit dem Aufkreuzen der Spezialeinheit kommt hingegen ein angemessener Tempowechsel ins Spiel und es dauert nicht lange, bis erste, blutige Einschüsse zu verzeichnen sind und der Kontakt zwischen den beiden wesentlichen Handlungsträgern hergestellt wird. Eddie erweist sich zwar zunächst als Poser und schroffer Patriarch, offenbart im Verlauf jedoch ein gewisses taktisches Geschick und auch Justin steuert ein entsprechendes Timing zur Gegenwehr bei. Leider werden einige Perspektiven via Überwachungskameras geliefert, was nicht unbedingt zur Dynamik des Geschehens beiträgt. Runder läuft es, sobald die Action direkt in der Villa bebildert wird.
Da Justins Einfluss begrenzt ist, sind auch hier rasche Entscheidungen notwendig, welche mit einigen derben Schnitzern verbunden sind, die man einem erfahrenen Agenten eher weniger zutrauen würde. Somit kommt manche Begebenheit reichlich konstruiert daher, um einen entsprechenden Handlungsverlauf zu erzwingen, während Willis zwischenzeitlich komplett abtaucht, um einen zu heben. Dillon, Bruder von Matt Dillon erledigt indes einen passablen Job, wird aber klar von der Präsenz und Spielfreude von Trevena übertroffen, der sichtlich Spaß an seiner Schurkenfigur hat. Willis selbst wirkt ein wenig müde, dennoch darf er zum Finale ebenfalls zur Wumme greifen.
Ein Actionhighlight mit erwähnenswerten Schauwerten sollte man folgerichtig nicht erwarten. Vielmehr wirkt der Streifen eher so, als sei er ein Relikt der 90er, mit teils etwas zu statischer Kamera und einem antreibenden Score, der scheinbar kaum eine Pause macht. Trotz simpler und vorhersehbarer Story macht das Tempo phasenweise Laune, die Action geht soweit in Ordnung, mehr als passablen Durchschnitt gibt der Stoff jedoch nicht her.
5,5 von 10