Review
von Leimbacher-Mario
Abgeshrekt!
Das „Shrek“-Franchise ist schon lange trockengelegt, an den ersten, nicht wirklich besonderen „Puss In Boots“ verliert kaum einer mehr Gedanken. Die Weichen für „Puss In Boots: The Last Wish“ waren alles andere als gut geölt. Aber manchmal entstehen mit niedrigen Erwartungen und dem Rücken zur Wand ja die besten Ergebnisse - was diese bunte Powermärchenparade mehr als deutlich zeigt. In „The Last Wish“ hat der gestiefelte Kater fast alle seine Leben aufgebraucht und wird von keinem Geringeren als dem Tod persönlich verfolgt - auf der Suche nach einem magischen Stern, der Wünsche erfüllt und der natürlich nicht nur sein Interesse geweckt hat…
Viel näher an animierten Hits aus dem letzten Jahrzehnt wie „Ralph Reicht’s“ oder „Into the Spider-Verse“ als an seinem eigenen Franchise, das auch nur ganz am Rande angedeutet wird, macht dieses Abenteuer sein eigenes Ding und fast alles richtig. Aufgedreht, aber nie überdreht. Nicht mit zu vielen, womöglich schlecht alternden popkulturellen Anspielungen. Einem der süßesten und traurigsten, wholesomesten Sidekicks der Geschichte. Einem ganzen Sack voller Bösewichte. Banderas und Hayek sprechen wie immer fabelhaft und haben auch als Katzen eine knisternde Chemie. Die Action geht ab wie ein Zäpfchen und ist fast stopmotion-artig kreativ auf den Punkt, anders als erwartet. Besser. Wie fast alles hier. Ohne Frage einer der knackigsten und rasantesten animierten Filme seit langem. Das Herz am richtigen Fleck. Dem gestiefelten, sonst immer so selbstbewussten Kater viel mehr Tiefe und Textur verleihend. Das ist im Grunde ein simpel heruntergespielter Zauberstiefel - jedoch mit einigen explosiven Überraschungen und sensationellen Sequenzen auf dem Weg!
Fazit: eines der rasantesten, märchenhaftesten und herzlichsten Animationsabenteuer der letzten Jahre - dieser gestiefelte Kater ist in Topform, besser denn je und überraschend grandios. Seit „Shrek 2“ war dieses Universum nicht mehr auf einem solchen Niveau!