Staffel 1
Haste 'ne Säge im Kopf, ist das dein kleinstes Problem!
„Chainsaw Man“ erzählt von einem einsamen, notgeilen und notorisch geldlosen jungen Mann, der anfangs auf der Straße lebt, dann mit seinem dämonischen Sägehund (?) verschmilzt und nun Kettensägen aus seinem Körper fahren kann - was ihn zum perfektem Kandidaten für eine mächtige Behörde macht, die u.a. mit Zwitterwesen wie ihm Jagd auf Vollblutteufel macht…
Videospiel trifft Bodyhorror trifft Teufelscomic
„Chainsaw Man“ Staffel 1 ist wild - und dabei erst der Start?! Vom Hormonstau bis zum kongenialen Monsterdesign, von der vorbildlich-unauffälligen Implantierung von 3D in den hübschen Look bis zu den verführerisch-interessanten Frauenfiguren, von der rasanten Action bis zum Splatterfaktor, von den ruhigeren Momenten bis zum überraschend drastischen Humor - alles irgendwo zwischen „Venom“, „Men In Black“, „Videodrome“ und „Braindead“! - ist das ein Anfang für die Annalen. Und bereits der momentane, sich noch steigernde Kinofilm „Reze Arc“ zeigt schon, dass da sogar noch mehr gehen kann und wird. Aber auch in der ersten Staffel ist diese kuriose Kreuzung der Tonarten, Genres und Animeansätze schon der helle Wahnsinn. Nicht alle Beweggründe und Zusammenhänge sind klar, es gibt sogar noch recht große Löcher in Brust und im Gedächtnis - aber das sehe ich als ganz normal und fast schon eher als Stärke und Potenzial an. Denji ist eine bizarre, aber im Endeffekt doch mögenswerte, vielschichtige und interessante Mixtur. Jedem ist allein durch ihn sofort klar, warum „Chainsaw Man“ vor allem bei Teenageboys unfassbar gut ankommt. Er ist die perfekte Identifikationsfläche - egal ob er wieder nur an das Eine denkt oder gerade die rotierenden Sägewerke aus ihm antiheldenhaft herausschießen. Dazu eine punkig-horroraffine Attitüde, dazu absolut interessante und weirde Nebenfiguren, dazu echt böse und beeindruckende Monster. Kaum Plotrüstung für irgendwen. Tonale Wackler, die das Ganze sich super frisch und unberechenbar anfühlen lassen. Super Synchro, egal ob auf japanisch, deutsch oder sogar englisch. Fertig ist ein eklig-geiler Nährboden für richtig, richtig Großes! Hype verdient. Besser als „Demon Slayer“? Noch nicht. Für mich noch nicht. Aber definitiv spezieller und nischiger. Und außerdem muss man ja nicht immer alles Gute schwanzvergleichen. Einfach zurücklehnen, grinsen und genießen!
Flext alles weg!
Fazit: düster, hart, erwachsen, trotzdem immer quirlig und unberechenbar. Und wunderbar infantil und notgeil… „Chainsaw Man“ ist jetzt schon eine der bizarreren und besseren Animeserien des Jahrzehnts - besonders für Horrorfans! (8,5/10)