Kaum dem Mutterleib entschlüpft, schon dem nächsten an die Gurgel gesprungen, heißt es zum dritten Mal bei Larry Cohens Wiegentrilogie. Schauplatz ist nun New York, wo über das Wohl eines von "diesen" Säuglingen vor Gericht entschieden wird. Die Eltern sind Stephen (Michael Moriarty) und Ellen Jarvis (Karen Black), ein geschiedenes Paar mit schäbiger Vergangenheit. Einem verquer humanistischen Ansatz folgend entscheidet die Justiz, die Kreaturen nicht zu töten, doch auf einer einsamen Insel auszusetzen. "Ihrer Art gerecht" isoliert lautet das Urteil, was sogleich die Schurken Cabot und seine Jäger anlockt, kommen die Jäger nicht zur Beute, dann eben anders herum. Die übliche Pharma-Mafia macht in dieser Fortsetzung aus den einst satanischen Frischlingen arme Kreaturen, über deren Aggressionspotential der Zuschauer angesichts der bösen Opfer endlich Beifall klatschen können soll. Weniger moralisch betrachtet ist das das trashige Ende innerhalb von Larry Cohens unfreiwillig komischer Monsterreihe um mutierte Babys, die nun als C-graduiertes Rip Of von "Rosemaries Baby" die Sonnenseite des Entsetzens entblößt. So richtig dem Horrorgenre zuträglich ist all das Inselflair nicht gerade, bleiben zumindest noch die kleinen gesellschaftspolitischen Anspielungen, die den Protagonisten auf einen Abstecher in das kommunistische Cuba schicken, um danach im Vergnügungsmoloch Florida zu enden, wie bizarr. Scharfsinnigkeit der Charaktere, quasi ein Markenzeichen aller drei Teile und unfreiwilliger Running Gag, findet sich in "Die Wiege Des Schreckens" in erschreckend einfältiger Weise. Dank eines Zeitsprungs passt dazu die Figur Stephen Jarvis, der hat mittlerweile Schuhverkäufersprüche wie Al Bundy drauf. Geht der mit Wissenschaftlern auf eine Expedition, endet das in Humor und Abenteueratmosphäre, die gar gräßlichen Babys sehen immer noch doppelt und werfen nach fünf Jahren bereits die nächste mutierte Generation in die exotische Landschaft. Optisch besser als in den beiden Vorgängern sind die nicht, doch dank Erwachsenengröße nun Statisten, die häufiger in ihren Monsterkostümen durch das Bild laufen. Erst zum Ende kommt der Film noch etwas in Fahrt, bevor die große Rührseligkeit den Drehbuchautoren überkommt. Was bleibt ist unfreiwilliger Trash und gleichzeitig der schwächste Teil der Wiegentrilogie.
Fazit: Zum Glück blieben uns weitere Fortsetzungen mit dämlichen neuen Kulissen und ebensolchen Plots wie diesem erspart. 3/10 Punkten