„Good luck with your kid, Maybe you won't have to shoot him.“
US-Regisseur Larry Cohens „It’s Alive“-Horrorfilme (dt.: „Die Wiege des Bösen“ und „Die Wiege des Satans“) aus den 1970ern um mutierte Monsterbabys sind zwar alles andere als perfekt, haben zeitweise aber durchaus Verstörungspotential und erfreuen sich unter Genre-Fans einer ungebrochenen Beliebtheit, sodass sie aus dem ‘70er-Horrorkanon nicht wegzudenken sind. Mit „Die Wiege des Schreckens“ folgte 1987, neun Jahre nach der ersten Fortsetzung, ein dritter Teil, ebenfalls unter der Regie Cohens.
Die Monsterbaby-Eltern Stephen (Michael Moriarty, „Stuff – Ein tödlicher Leckerbissen“) und Ellen Jarvis (Karen Black, „Landhaus der toten Seelen“) erstreiten vor Gericht, dass ihre Brut nicht getötet, sondern aus humanitären Gründen zusammen mit einigen anderen Exemplaren auf einer einsamen, abgeschotteten Insel ausgesetzt wird. Wen es dorthin verschlägt, ist natürlich gefundenes Mutantenfutter. Daher ist es sicherlich nicht die beste Idee der Regierung, nach fünf Jahren zusammen mit den Eltern eine Expedition auf ausgerechnet diese Insel zu unternehmen…
In diesem abschließenden Teil der zur Trilogie angewachsenen Reihe ist einiges anders: Die Insel verbreitet sommerliches Flair denn düstere, bedrohliche Stimmung, die Monsterbabys sind älter und somit größer geworden – zu den bekannten Stop-Motion-Effekten gesellen sich nun Kleinwüchsige in Kostümen – und ihre Opfer sind vornehmlich welche der unsympathischen, schurkischen Sorte, weshalb sie zu den heimlichen Helden des Films werden, statt weiterhin die Bedrohung darzustellen. Statt sich an einem ernsthaften, atmosphärisch stimmigen Horrorfilm zu versuchen, setzt Cohen auf trashigen Low-Budget-Charme mit viel Augenzwinkern.
Stärker als zuvor fokussiert Cohen die Stigmatisierung der Monsterbaby-Eltern, verhandelt diese gesellschaftlichen Fragen jedoch auf überspitzte, fast schon satirische Weise, um sie schließlich für ein Effektspektakel aus der Diskont-Ecke über Bord zu werfen. Auch die eigentliche Handlung läuft dem eher konträr, so zerfasert und inkohärent, wie sie dargereicht wird. Dadurch entsteht leider einiger dramaturgischer Leerlauf, der dem Film nicht guttut. Positiv für sich verbuchen kann er jedoch die eine oder andere angenehm krude Idee, und über Szenen eines Punk-Konzerts, auf dem eine Mädelsband auftritt, freue ich mich natürlich ebenso. Cohen-Stammmime Moriarty braucht sich nicht sonderlich zu verausgabe, wie so oft wirkt er ebenso leicht neben der Spur wie er es auch in der Realität tut.
Natürlich kommt es, wie es kommen muss und die Kreaturen geraten aufs Festland, um dort ihr Unwesen zu treiben. Der finale Clou, dass sie mittlerweile geschlechtsreif sind und sich ihrerseits vermehrt haben, ist nett und suggerierte eine Fortsetzung, die es jedoch nie gab. Das ist vielleicht auch gut so, denn bei allem Respekt: So ganz schien Cohen nicht in den 1980ern angekommen zu sein, sodass ihm ganz andere Kreaturenspektakel doch deutlich den Rang abliefen.