Larry Cohen, König des B-Movies, und seine Wiegen-Filme sind allesamt typisch für seinen Unterhaltungsstil. Die Storys erinnern in leichten Zügen an "Rosemarys Baby", die Inszenierung ist auf einem solide-trashigen Niveau und der Gore-Gehalt ist hoch. Doch nur der erste Streifen sollte wirklich überzeugen können. Mit dem zweiten Teil ging die Talfahrt bereits los, bevor sie im dritten Teil zum entgültigen unsäglichen Trash verkommen sollte. Unterm Strich ist "Die Wiege des Satans" dabei aber noch ganz solide!
Storymäßig wird die Geschichte aus dem ersten Teil fortgesetzt, wenn es auch nur Frank Davis geschafft hat, dabei zu bleiben. Eine neues Paar trägt ein neues Satansbaby aus und als die Regierung davon Wind kriegt, wollen sie dem Geschöpf gleich bei seiner Geburt den Garaus machen. Davis allerdings will der Familie mit allen Mitteln helfen, damit sie ihr Baby behalten können. Der Preis dafür ist allerdings hoch und einige Leichen sollen folgen. Storymäßig ist das Ganze natürlich nicht wirklich etwas wert. Die Vorkommnisse sind allesamt roh, vorhehrsehbar und fernab jeglicher Logik. Wie Davis z. Bsp. einen Revolver mit in ein Krankenhaus schleppen konnte und wirklich keiner der Polizisten auch nur die geringste Zuckung durchfährt, Davis aufzuhalten, dürfte wohl nur den Drehbuchschreibern logisch erscheinen. Es ist also schon in Sachen Story nahezu purer Trash, der hier geboten wird. Doch trotz all des Blödsinns, macht die Geschichte um ein paar bösartige Monsterbabys auch beim zweiten Mal Laune, sofern man sich mit trashigen Geschichten anfreunden kann.
Ansonsten kann der Streifen nur mit seinen Gore-Effekten wirklich überzeugen, die wirklich herrlich fies und blutig geraten sind und auch nicht gerade als zimperlich gelten. Ordentlich von Hand inszeniert, dürfte der Gore-Gehalt jeden Horror-Fan soweit zufrieden stellen, auch wenn es jetzt nicht unentwegt splattert. Dazu kommen noch ein paar nette Maskeneffekte, vor allem was die Babys anbelangt, die aber schon irgendwo wieder deutlich machen, dass wir es hier mit einem Streifen zu tun haben, der nahe am Trash liegt. "Nett" aussehen, tun die Babys allerdings allemal.
Was die Atmosphäre angeht, so wird allerdings wirklich nicht allzu viel geboten. Beim Socre macht eigentlich nur das Titel-Theme wirklich Spaß, ansonsten sind die Klänge eher müde und 08/15. Und auch sonst ist die Inszenierung nicht wirklich auf Atmosphäre getrimmt worden, dafür ist das ganze Geschehen dann doch ne Spur zu plump geraten und die Optik viel zu üblich, als das sie atmosphärisch was rausreißen könnte. Somit sollten sich Freunde, die es gerne atmosphärisch knisternd mögen, doch eher fern halten.
Und auch der etwas träge Beginn und einige Zwischenhänger trüben den Film-Spaß. Ab und an kommt das Ganze nicht wirklich in die Gänge und langweilt den Zuschauer mit längeren Floskeln. Hier hätte ab und an ein Tritt in den Hintern der Figuren nicht geschadet.
Was die Darsteller angeht, so wird typisches Horror-Niveau geboten, wobei eigentlich wirklich keiner sonderlich herauszuragen vermag, weder im Guten noch im Schlechten. Für einen kleinen B-Film kann man sie vielleicht sogar schon als ganz gut einstufen. Kurzum, viel zu meckern findet man, bei Bedacht des Genres, hier eigentlich kaum.
Fazit: Durchschnittlicher zweiter Teil der "Wiegen"-Reihe von Larry Cohen, der mit seiner trashigen Story und der ordentlich blutigen Inszenierung der Gore- und Maskeneffekte, für gepflegte Trash-Laune sorgen kann. Atmosphärisch aber recht dünn und mit einigen Längen versehen, dürfte der Streifen im Endeffekt dennoch nur bei wirklichlichten Cohen-Fans gut ankommen. Für alle anderen ein typischer Horror-Vertreib für Abende, an denen man einfach nichts Besseres vorhat. Vielleicht sollte man sich dann aber doch lieber noch einmal das Original anschauen.
Wertung: 5/10 Punkte