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Nach dem Vorfall mit den blutrünstigen Babys in L.A. und in Seattle , die beide getötet wurden, ist Frank Davis, der noch immer darunter leidende Vater, mittlerweile für die gute Sache unterwegs. Getrieben von dem ethischen Anspruch, dass jedes menschliche Leben lebenswert sei, stellt er sich den Behörden und ausbeuterischen Wissenschaftlern entgegen. Deren schergenhafte Ärzte holen entsprechend verdächtige Babys mit geladenem Revolver auf die Welt, an kleinen, amüsanten Details mangelt es sicher nicht. Davis und sein Team haben derweil mit einem fahrbaren Kreissaal im Truck hochgerüstet, die Story von skrupellosen Staatsorganen und sich politisch korrekt aufbäumenden Bürgern (u.a. Eddie Constantine als Arzt) hätte in der damaligen Zeit auch aus einem Film von George A. Romero stammen können, nur geht Regisseur Larry Cohen, der auch das Drehbuch schrieb, etwas naiver an die Umsetzung. Der väterliche Solokämpfer aus "Die Wiege Des Bösen" ist einer ganzen Organisation zum Erhalt der Monsterbabys gewichen, mit konspirativer Basisklinik und dem ehrbaren Vorhaben, die kleinen Aggressoren zu bändigen. Bei allen guten Vorsätzen eskaliert es vorhersehbar trotzdem, dies wäre kein Horrorfilm, wenn das Morden nicht von neuem beginnen würde. Vordergründig nimmt Cohen zwar noch mehr die Sci-Fi-Verschwörungsaspekte unter die Lupe, als Paranoiahorror steigt dieser Teil der Trilogie trotzdem nicht gerade in die Liga von "Shivers", "Rabid" oder "Crazies" auf, doch er ist eines dieser seltenen Sequels, das das Original überflügelt und inhaltlich geschlossener wirkt. Technisch sowie darstellerisch und besonders hinsichtlich der deutschen Synchro (da sind einige Lacher drin) ist manches unfreiwillig komisch, anderes auch tragisch. Die Spezialeffekte von Rick Baker hingegen sind etwas zurückhaltender ausgefallen, was die roten Kunstblutflecken angeht, von Splatterszenen kann man ohnehin nicht reden. Und selbst wenn die Babymaske wie gehabt nett eklig aussieht, lockt die Bewegungsarmut der Puppen trotz verschleiernd kurzer Auftritte keinen hinterm Ofen hervor. Bleibt also mal wieder die Frage, wie viel Terror die (zuschauende) Erwachsenenwelt einigen, wenn auch mutierten Neugeborenen zutraut. Doch diese Filmreihe schifft sowieso von vorne bis hinten dauernd großzügig über die vermeintliche Erklärungsnot hinweg und folgt einer eigenen, schlichten Logik. "Wer bei diesem Film nicht von nackter Angst gepackt werden will, müsste schon über Nerven wie Drahtseile verfügen" heißt eine Werbezeile, die zeigt, wie die Zeit vergeht. Da haben wir wohl alle heute neuronale Drahtseile.

Fazit: Satansbrut macht sich noch breiter als im Vorgänger, ist aber trotzdem weniger präsent. Besser in der Story weitergesponnen und doch zweitklassig erzählt. Ein echter Larry Cohen eben. 5/10 Punkten

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