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Mit Die Wiege des Satans schließt Larry Cohen nur wenige Jahre nach Die Wiege des Bösen relativ nahtlos an diesen Vorgänger an. Bei all der Aussagekraft des eigentlich nahezu strapaziös arrangierten Erstlings birgt eine Fortsetzung zwar in Anbetracht des in Bezug auf einen Stop der Mutationen offenen Endes Erzählungspotential, jedoch besteht auch die große Gefahr, ein unerklärtes Phänomen zu entmystifizieren. Cohens Lösung schließlich ist nicht optimal.
Ansprechend ist der Verzicht auf ausschweifende Erläuterungen. Es spielt keine Rolle, was jetzt eigentlich für die rätselhaften Geburten der kleinen Monster verantwortlich ist. Fakt ist, wie wir seit dem Ende von Die Wiege des Bösen wissen, es war nicht nur die Familie Davis betroffen. Als Opfer erster Stunde aber bildet Frank Davis als bekannte Figur ein Bindeglied zu Die Wiege des Satans. Hier hat er nun einen Auftrag angenommen. Er kann es nicht verwinden, daß sein Baby getötet wurde. Bekannte Fälle aber werden unterdessen beim ersten Atemzug gemeuchelt.

Davis kann dieses hilflose Verhalten amerikanischer Authoritäten nicht befürworten. Unterstützt durch ein Ärzteteam in einem zum stählernen Kreißsaal mit metallverstärktem Brutkasten umgerüsteten Truck sucht er nun Familien auf, deren Unheil sich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bereits vorausahnen läßt. Es ist organisierter ziviler Ungehorsam, mit dem die Gruppe ebenso hilflos eine Auffangstation betreibt, in dem die Babies ausgeschlossen von der Öffentlichkeit gehalten werden.
Weiter denkt Cohen sein Konzept dann aber nicht. Die Wiege des Satans war der zeitlichen Distanz nach kein Schnellschuß und dennoch muß er sich auf eine banale Eskalation berufen. Dies wäre erträglich, wenn Larry Cohen sich damit abgefunden hätte, im Wesentlichen einen flotten Thriller zu inszenieren. Leider läßt er hier die Beliebigkeit seiner Ideen vermuten und untergräbt eigentlich den positiven Eindruck des Vorgängers.

Die Wiege des Satans vermag sich nicht ganz von der elliptischen Gewaltdarstellung lösen, läßt vor allem die Geschwindigkeit der zu oft banalen und daher kaum elektrisierenden Spannungsszenen vermissen. Zu sehr entgleitet der Zuschauer hier den Fängen des Films, der sich so Zeitschinderei vorwerfen lassen muß.
Larry Cohen hat sich fast zehn Jahre später schließlich noch eines besseren besonnen und mit Die Wiege des Schreckens einen eher auf Action ausgelegten dritten Teil nachgelegt, der ebenso die Geschichte gedanklich wesentlich weiter bringt als diese beinahe Stagnation. Eine Schnittmenge aus beiden Sequels wäre sicher die unterhaltsamste Lösung gewesen. Die Wiege des Satans führt die Story also konsequent und in Ansätzen interessant weiter, wird vor allem als Bindeglied zur nächsten Folge benötigt, ist mit angezogener Handbremse aber doch denkbar unbefriedigend.

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