Larry Cohen (Stuff - Ein tödlicher Leckerbissen, Ambulance) ist für seine trashigen Filme bekannt und geschätzt, in seiner vierten Regiearbeit "Die Wiege des Bösen" aus dem Jahr 1974, ließ er zum ersten Mal ein deformiertes Killerbaby auf den Zuschauer los. Die Fortsetzung ließ ganze vier Jahre auf sich warten und knüpft storytechnisch an das bessere Original an. Cohen ließ es sich nicht nehmen, den Zuschauer auch noch mit einem zweiten Sequel zu beschenken, "Die Wiege des Schreckens" folgte aber erst 1987.
Jody (Kathleen Lloyd) und Eugene Scott (Frederic Forrest) freuen sich auf ihr ungeborenes Kind, bis sie Frank Davis (John P. Ryan) kennenlernen. Er warnt die Beiden vor einer Frühgeburt und Jody hat alle Anzeichen auch ein deformiertes Baby zur Welt zu bringen, genau wie Franks Frau vor einigen Jahren. Doch Frank und ein paar Wissenschaftler haben mittlerweile eine Organisation gegründet, welches das Leben der Monsterbabys schützen will. In einem mobilen Labor bringt Jody ihr Kind zur Welt, danach verstecken sie sich samt Davis und den Wissenschaftlern in einem abgelegenen Sanatorium. Doch als ihr Kind mit zwei weiteren Artgenossen ausbüchsen kann, kommt es zur Katastrophe.
Cohen traf mit "Die Wiege des Bösen" einen wunden Punkt, denn was macht man sich als werdende Eltern für Gedanken und Sorgen. Und man steht schließlich zu seinem Kind, da kann kommen was wolle. Das Sequel führt die Geschichte weiter, der Charakter Frank Davis ist auch wieder an Bord und setzt sich hier mit anderen Wissenschaftlern für das Leben der deformierten Babys ein. Man gründete eine Organisation, man besitzt einen fahrenden Kreissaal und ein Sanatorium in den Bergen, Ziel ist es die Killerbabys irgendwie in die Zivilisation einzugliedern. Einen möglichen Grund, warum Frauen solche Bestien zur Welt bringen, kann Cohen uns hier auch nicht liefern. Auch spult Cohen das Ganze viel zu lieblos und uninteressant herunter. Davis kidnappt die schwangere Jody aus dem Krankenhaus, wo schon eine ganze Polizeitruppe angerückt ist. Von da an ist man nur noch auf der Flucht, fährt von Ort zu Ort und langweilt den Zuschauer mit unnötigen Dialogen. Auch fragt man sich, warum dort so ein Aufgebot an Polizisten daran beteiligt ist, genau so wird das Ganze ja erst publik. Dann die ständig wechselnde Einstellung von Jody und Eugene. Erst wollen sie ihr Baby töten, dann wieder nicht und so geht das immer hin und her.
Die Monsterbabys hält uns Cohen sehr lange vor und sie sind erstens nie lang und zweitens nie ganz im Bild. Trotzdem dürfen die Biester mit ihren Glubschaugen, spitzen Zähnen und scharfen Krallen sehr scheußlich ausschauen. Auch treten sie hier zu dritt auf, können schwimmen und sogar auf Bäume klettern. Doch wer dabei jetzt einen moderaten Bodycount erwartet, dürfte bitter enttäuscht werden. Ein bisschen Geschrei, vereinzelt blutige Kratzer und das Opfer geht schon zu Boden. Die wenigen Tötungen verlaufen völlig unspektakulär und blutleer. Ein wenig Spannung und Tempo mag erst in der letzten halben Stunde auftreten, beginnend mit dem Angriff auf das Sanatorium. Ganz besonders konstruiert wirkt der Ausbruch der kleinen Biester, wie dämlich ist dieser Wissenschaftler eigentlich einfach den Käfig zu öffnen? Schließlich gilt es die drei aggressiven Monster einzufangen, bald ist nur noch der Sohn von Jody und Eugene übrig. Von seinem kleinen Besuch auf einem Kindergeburtstag hätte man sich mehr erhofft als nur einen Krallenabdruck in der Torte und leider ist auch das Finale erschreckend schwach geraten. Die Scotts haben ständig mit Gewissensbissen zu kämpfen, liegen sich auch dauernd in den Haaren, seltsam wie entschlossen man zum Schluss plötzlich ist, das eigene Fleisch und Blut in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Die Darsteller sind dabei gar nicht mal übel, mit Frederic Forrest (Point Blank Over and Out, Hard Proof), Kathleen Lloyd (Best Seller, Duell am Missouri und John P. Ryan (Night Hunter, Delta Force 2) in den Hauptrollen, sind recht bekannte Mimen an Bord.
Sehr zahmer Trash mit einigen Logikpatzern und einer schwachen Inszenierung. "Die Wiege des Satans" hat viele langweilige Passagen, geizt mit spannenden Sequenzen und hat keinen einzigen Goreeffekt zu bieten. Einzig die Darsteller machen ihre Sache recht gut, doch dieses Filmchen dürfte heute niemand mehr schocken.