Babyboom gone horribly wrong!
Nachdem mir Larry Cohens Kultfilm „It's Alive“ vor ein paar Jahren ganz gut gefallen hat, wollte ich eigentlich mit den beiden Fortsetzungen nicht ewig warten. Trotzdem kann man manchmal einfach nichts gegen die immer mehr beschleunigende Zeit machen. Gegen monströse Babies allerdings noch viel weniger, denn davon gibt’s in „It Lives Again“ direkt drei kleine Racker mit scharfen Zähnen, durchdringenden Augen, Wut im Bauch und glitschigen Häuten…
„It Lives Again“ ist leider lediglich ein ziemlich dreister Aufguss des Vorgängers. Nur eben jetzt mit mehreren Monsterbabies. Das kann man nicht anders sagen. Das ist schon frech. Aber es funktioniert halt grundsätzlich immer noch. Und es ist jetzt auch im zweiten Anlauf nicht direkt schlecht. Es ist aber einfach schade, dass Larry Cohen und sein Team hier eine derart sichere und graue Nummer gefahren sind. Da bin ich doch mal sehr gespannt, ob immerhin in „It's Alive III“ auf der Insel dann mehr aufgefahren wird. Mehr Sonne, mehr Wahnsinn, mehr Monster. Der zweite Teil hat jedenfalls ein paar ganz ähnliche Stärken wie das Original - erstaunliche Ernsthaftigkeit, kurze Spieldauer, traurige und traumatische Familienängste, Mitleid mit den Monstern, amerikanische Paranoia, Elternalpträume, Reife, kultiges Aussehen der Babies (auch wenn diese extrem selten in ganzer Pracht gezeigt werden). All das ist auch hier nie von der Hand zu weisen. Und zu loben. Von der Grundsubstanz ist das durchaus mehr als der übliche „Monstermash“ besitzt. Und trotzdem wird man ein leicht pelziges Gefühl auf der Zunge nicht los in dieser zweiten Runde, dass man das eben schon deutlich origineller und besser gesehen hat…
Fazit: alles mal drei, dann wird’s guter Brei?! So ganz geht diese Rechnung nicht auf. Trotzdem kann man als Fan des Originals mal reingucken. Spielt jedoch mindestens eine Klasse tiefer, austauschbarer und unorigineller.