Review

Der Weihnachtsmann von heute trägt Uzi


Böse oder zumindest abgefuckte Weihnachtsmänner gibt’s einige, von „Bad Santa“ bis zum Grinch. Doch nun läuft ihnen vielleicht David Harbour als schlagkräftiger Mann im roten Umhang den Rang ab, als dieser in einen familiären Plot aus Gangstern, Geiseln und Festtagschaos einer zu reichen Sippe gerät…

Dieser Santa verpasst nicht nur Rudolph eine rote Nase
„Violent Night“ kann man zwar in etwa auf „Der Weihnachtsmann stirbt langsam“ herunterbrechen, dennoch hat er mir oft genug ein sattes Lächeln ins Gesicht gezaubert. Gutes Double Feature mit „Krampus“. Das brutale Gegenstück zu „Home Alone“. Tommy Wirkola hält und splattert auch in Hollywood weiterhin, was er damals schon in den beiden „Dead Snow“ vollmundig und winterlich versprochen hat. Harbour schafft spätestens jetzt den Rebound von bemitleidenswerten Fehlwürfen wie „Hellboy: Call of Darkness“. Leguizamo geht im Oberbösewicht glorreich witzig auf, findet eines der spektakulärsten Enden seit geraumer Zeit. Der Film weiß immer genau, was er ist, wohin er will und was er am besten kann. Das Augenzwinkern, die Xmas-Ostereier, die Songs, Süßigkeiten und sogar die Besinnlichkeit und Emotionen in den richtigen Momenten - all das passt perfekt und wirkt nahezu nie aufgesetzt, zu sehr durchgeplant oder glattgebügelt. Körperflüssigkeiten treffen Kitsch, Patronen treffen Prügel, Schlitten trifft Schläge. „Violent Night“ hätte vielleicht minimal kürzer gehen und von Beginn an noch einen Zahn zulegen können. Doch insgesamt hätte das Endergebnis in seiner kleinen Nische, mit dieser Bierprämisse, kaum besser zusammenkommen können. 

Fazit: „Die Hard“ trifft „Bad Santa“. Abgefuckter Weihnachtsmann gegen böse Buben. „Violent Night“ ist ein sehr sympathischer, ruppiger und rüder Actioner zur besinnlichen Zeit des Jahres. Bleihaltig und bleibend. Färbt Wangen, Backen und den Schnee rot! 

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