Ob DIE HARD denn nun ein echter Weihnachtsfilm ist oder nicht, wird unter Nerds ungefähr seit 1988 diskutiert. VIOLENT NIGHT schafft Tatsachen und ist quasi STIRB LANGSAM mit dem Weihnachtsmann: Ein Haufen schwerbewaffneter Schwerverbrecher bricht am Weihnachtsabend ins Anwesen einer reichen Familie ein, um den Tresor zu räumen. Doch sie haben die Rechnung ohne Santa Claus gemacht!
Die Idee ist charmant, der Film hat einigermaßen Budget und ist von Brachialfilmer Tommy Wirkola solide inszeniert, doch am Gesamtkonzept stimmt etwas nicht: David Harbour spielt hier keinen Studenten im roten Samtmantel, der zufällig in einen Terroranschlag reingeschlittert ist, sondern den echten Santa. Und dieser scheint zwar unsterblich zu sein und über „Christmas Magic“ zu verfügen, prügelt sich dann aber doch ganz ordinär mit den „Naughties“ und näht sich anschließend seine Wunden zu wie jeder dahergelaufene Actionheld.
Darüber hinaus stellt der Film mit seinem kotzenden und pissenden Saint Nick und dem Gemetzel zu Weihnachts-Hits von Bryan Adams und Konsorten einerseits Provokationen à la BAD SANTA aus, bemüht sich andererseits aber auch um den üblichen Gefühlskitsch. Sprich: Man darf den Bösen gerne mit dem Hammer den Körper zertrümmern und mit Schlittschuhen den Kopf abtrennen, sollte dann aber schon Verständnis haben, wenn sie als Kind ein schlechtes Weihnachtserlebnis hatten. Und am Schluss kommt es mal wieder nur darauf an, ans Gute zu glauben.
Besonders spektakuläre Stunts wie im „Original“ oder durchchoreographierte Fights wie in zeitgemäßen Actionfilmen sollte man hier nicht erwarten, Regisseur Wirkola bleibt hier auf seinem Niveau von DEAD SNOW 2 und HANSEL & GRETEL: WITCH HUNTERS – es wird geschossen, geschlitzt und geschubst. Ein neuer Weihnachtskultfilm wird das hier nicht, dazu ist alles viel zu bemüht, aber ein Sequel ist durchaus denkbar – vielleicht auf einem Flughafen?