Neil Marshall weiter im Senkflug
Ich fange jetzt nicht schon wieder an alten „Doomsday“-, „Dog Soldiers“- oder „The Descent“-Zeiten hinterherzutrauern. Oder zu betonen, dass sich auch „The Lair“ anfühlt, als hätte Neil Marshall wieder einen Film mal eben auf einem Bierdeckel für seine Freundin Fräulein Kirk zurechtskizziert. Aber es macht dennoch einfach traurig, wie tief dieser einst grandiose B-Movie-Regisseur gefallen ist. Andererseits ist das natürlich auch schon viel größeren Namen ähnlich passiert. Trotzdem gucke ich mir dennoch zehnmal lieber nochmal „Ghosts of Mars“ an als diese schattige Kriegs-Monster-Sause, in der eine US-Pilotin in einer afghanischen Höhle Bekanntschaft mit einer gefräßigen Kreatur macht, die direkt aus „Resident Evil“ entsprungen sein könnte…
Immerhin ein Guilty Pleasure?
„The Lair“ ist Videothekenschrott der ungenierteren Sorte, ein B-Movie-Ballermann in Dunkelheit und Dummheit. Eigentlich gar keine schlechten Voraussetzungen mir zu gefallen… Das Ergebnis bleibt dann aber selbst hinter solchen Erwartungen dieser B-Liga zurück. Dabei konnte Marshall genau das vor gar nicht mal allzu vielen Jahren noch echt gut… Nein, stop. Nicht wieder zurückdenken. Bleiben wir bei diesem Nest der Nichtigkeiten. Madame Kirk sieht weiterhin liebreizend aus, das muss man zugeben, natürlich viel zu gut für die brutalen Geschehnisse im Film und ihrem Job darin. Aber hey, Mann will sich nicht beschweren. Die anfänglichen Düsenjägerszenen ließen mich aufgrund ihrer unfreiwilligen Komik immerhin laut lachen und der Rest ist eigentlich Geballer, Geflachse der Machosoldaten, Gesuche für uns Zuschauer im schwarzen Matsch des Bildes. Dabei konnte Marshall mal Machosoldaten, Höhlenterror, Endzeitaction. All das was „The Lair“ nun (in kleinerem Rahmen) wiederholt. Und dennoch funktioniert's hier einfach nur noch äußerst spärlich. Und jetzt habe ich schon wieder verglichen. Ich kann’s einfach nicht lassen. Hat einer von euch noch Hoffnung bei Marshall? Ich eher nicht. Und da kann „The Lair“ auf meine instinktivsten Vorlieben noch so gut zugeschnitten sein. Hier sind also durchaus noch strengere Wertungen möglich. Immerhin gibt’s 'nen Solid Snake, der direkt von der Gamescom an's Set gekommen sein könnte…
Fazit: nein, selbst als baller-blöder, banal-billiger B-Movie kann der Mann es nicht mehr… „The Lair“ ist der vorläufige Tiefpunkt und unfähig in vielerlei Hinsicht. Ziemlich unterirdisch. Bunkerbiermadigkeit.