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Nicht allzu viel ist über die Republik Jemen in Vorderasien bekannt, in der seit einigen Jahren Bürgerkrieg herrscht. Das weltweit instabilste Land leidet vor allem unter Armut und ist in verschiedene Lager gespalten. Schon insofern ist es dem französischen Regisseur Pierre Morel („96 Hours“) anzurechnen, einen unbarmherzigen Blick in die andauernden Kampfhandlungen zu werfen, welche hier auf wahren Begebenheiten beruhen.

Winter 2018: Drei Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate, Bilal, Ali und Hindasi befinden sich mit einem gepanzerten Fahrzeug auf Patrouille, um Hilfsgüter an die Bevölkerung zu verteilen. In einer Schlucht geraten sie in den Hinterhalt von Terroristen, die das Fahrzeug mit Panzerfäusten und Raketenwerfern manövrierunfähig machen. Bis Hilfe eintrifft, müssen die Soldaten ausharren und sehen sich einer Übermacht an Gegnern ausgesetzt…

Rund eine Viertelstunde lässt Morel verstreichen, bevor er zur Kriegsaction übergeht. Flüchtig lernt man die wesentlichen Figuren kennen, die es nach drei Jahren Stationierung verständlicherweise zu ihren Familien zieht, während sich hier und da ein gewisser Lagerkoller breit macht. Mit simplen Mitteln versucht man den Charakteren einen Hintergrund zu verleihen, was unterm Strich ein wenig dürftig und gleichermaßen klischeehaft ausfällt. Gleiches gilt für die namenlosen und größtenteils auch gesichtslosen Gegner in der Felswüste, deren Motivation nicht erläutert wird. Folgerichtig treffen schlichtweg Gut und Böse aufeinander.

Und dies geschieht binnen kurzer Zeit in recht wuchtig inszenierter Form, bei der kaum CGI erkennbar werden. Es gibt zahllose Explosionen, Detonationen und blutige Einschüsse, während neben genannten Waffen auch fiese Minen und ebenso fiese Scharfschützen zum Einsatz kommen. Dabei scheint es ein wenig widersprüchlich, dass die Terroristen zwar in der Überzahl und bestens mit Waffen ausgestattet sind, jedoch reihenweise zum Kanonenfutter werden, wogegen unter den Helden kaum nennenswerte Verluste auszumachen sind.

Die überaus versierte Kamera arbeitet angenehm schnörkellos, beinhaltet einige gelungene Luftaufnahmen, lässt jedoch auch manche Egosichten einfließen. Zudem trifft der Score stets den richtigen Ton und treibt in erster Linie an, wobei er gegen Ende etwas übers Ziel hinausschießt und die beinahe unvermeidbar pathetische Note über die Maße hervorhebt.
Das Kollektiv der komplett unbekannten Mimen performt mindestens zweckdienlich und auch sonst ist an der Ausstattung nichts zu bemängeln.

Storytechnisch geht Morel den komplett gradlinigen und weitgehend überraschungsfreien Weg, der sich einzig auf Strategien und Taktiken innerhalb des Kampfgetümmels konzentriert.
Das ständige Geballere im Zusammenhang mit viel Feuer und Explosionen mag auf Dauer etwas ermüden, zumal Zwischenschnitte in die Kommandozentrale nur wenig Abwechslung bringen, doch die grundsolide Inszenierung vermag einen Großteil dieser Schwäche zu kaschieren. Wer in Sachen Action Wert auf hohe Standards legt, wird hier zumindest fündig werden.
6 von 10

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