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Jemen 2018: Drei Soldaten der Armee der Vereinigten Arabischen Emirate sind auf ihrer letzten Patrouille, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren. Der Einsatz verläuft zunächst unspektakulär, bis die Männer in einem abgelegenen Gebiet in einen Hinterhalt geraten und eingeschlossen werden. Während sie ums Überleben kämpfen, setzt sich eine Rettungseinheit in Bewegung, die unter permanentem Beschuss versucht, ihre Kameraden aus der Gefahrenzone zu holen.


Der Film basiert auf der wahren Geschichte eines Hinterhalts von Aufständischen auf emiratische Soldaten im Jahr 2018. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren damals Teil der von Saudi-Arabien geführten Koalition, die 2015 mit der Operation Decisive Storm militärisch im jemenitischen Bürgerkrieg gegen die Huthi-Rebellen intervenierte. Millionen Menschen hungerten und versuchten, aus dem Kriegsgebiet zu flüchten.

The Ambush konzentriert sich jedoch auf ein einzelnes Gefecht in einer abgelegenen Schlucht, auf die Hilflosigkeit der umzingelten Soldaten, die trotz ihrer überlegenen Technik kaum Möglichkeiten zu agieren haben. Und auch die Rettung gestaltet sich aufgrund der unübersichtlichen und unvorteilhaften Umgebung als schwierig, zumal die Zeit drängt.


Pierre Morel, der mit 96 Hours (Taken) in meinen Augen einen der besten und konsequentesten Thriller überhaupt gedreht hat, liefert hier Action satt. Fast nonstop wird hier geballert oder explodiert irgendwas. Auch ein Apache und drei Kampfflugzeuge kommen zum Einsatz. Die Action ist gut inszeniert, hat Wucht und vor allem sieht das alles richtig gut aus. Wenn die Explosionen, insbesondere das Luftbombardement nicht echtes Handwerk sein sollten, dann sind das sehr gelungene CGI-Aufnahmen. Ich habe keinen Schimmer, ob das echte Pyrotechnik ist, kann es mir aber gut vorstellen.

Emotional liegt der Fokus auf Kameradschaft und den Familien der Eingeschlossenen. Hier gelingen Morel ein paar berührende Szenen, allerdings drückt er auch speziell kurz vor Schluss deutlich auf die Tränendrüse. Dass diese emotionalen Momente nicht mit voller Wucht treffen, mag an meiner Unkenntnis des Konflikts und der generellen Entfernung liegen, aber ganz sicher auch an der mangelnden Figurenzeichnung, denn damit hält sich Morel wahrlich nicht lange auf. Es gibt ein paar Streitigkeiten zwischen Freunden zu sehen und Gespräche mit Kindern, Ehefrauen und Müttern, alles aber so kurz, dass das nur wenig charakterliche Tiefe erzeugt. Entsprechend wenig Verbundenheit fühlt man mit den Soldaten, obgleich die meisten echt sympathisch erscheinen.

Die Gegner bleiben reine namen- und vielfach auch gesichtslose Terroristen, die lediglich für Dauerbeschuss sorgen. Selbst ihr Anführer ist nicht mehr als ein Antreiber, ein Stichwortgeber für mehr Action, Schusswechsel und Explosionen. Auf die Erläuterung von Hintergründen wird bis auf ein paar Textzeilen zu Beginn gleich ganz verzichtet. Politik oder Moral des Jemenkriegs werden bewusst ausgeklammert, wodurch der Konflikt auf eine rein militärische Ebene reduziert wird. Gut und Böse sind hier auch ganz klar getrennt, die Sympathien mehr als deutlich verteilt.

Und ja, das funktioniert durchaus, obgleich der Film wenig Überraschungen bereithält und in einigen Momenten, besonders am Ende, allzu kalkuliert wirkt.


Insgesamt ist Ambush – Kein Entkommen! ein solider, spannender Militär-Actioner, der sich auf einen Konflikt bezieht, von dem ich nahezu nichts mitbekommen habe, was mir leider etwas den Zugang erschwert hat. Dank der konsequenten Inszenierung Morels und wuchtiger, möglicherweise handgemachter Action, funktioniert er aber gut als kompakter Genrebeitrag, auch wenn er inhaltlich wenig mehr als bekannte Muster zu bieten hat.



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