Lange ließ die Fortsetzung zu Tobe Hoopers Meisterwerk Brennen muss Salem auf sich warten, und erst 1987 kam Teil 2 in die Kinos. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch - leider wurden sie nur bedingt erfüllt. Hauptkritikpunkt Nr. 1: Das Sequel scheint alle Ereignisse aus dem Vorgänger zu ignorieren. So scheint die Stadt nicht einmal abgebrannt zu sein, obwohl es so sein müsste. Gut, das Feuer wurde nur im Marsten-Haus gelegt, dass könnte man dementsprechend so erklären, dass der Wind das Feuer nicht bis in die Stadt getragen hat, aber auch hier erwartet einen ein großer Fehler, denn das Marsten-Haus steht noch. Zudem wird es Toober-Haus genannt. Eine durchaus nette, aber keineswegs notwenige Hommage - Hoopers Namen hätte man so leicht woanders plazieren können. Die "Horror"-Szenen sind kaum nennenswert, weil sie ohne jede Spannung dargstellt werden. Einzig eine auf Dauer nervige Dudel-Musik al'a Halloween 3-6 wird hier geboten. Überhaupt wird das Vampir-Genre ziemlich verdreht, so kann man Vampire plötzlich wieder im Spiegel sehen und Knoblauch essen sie auch. Wäre Salem 2 kein Sequel, könnte man diese Änderungen durchaus als sehr ironische Ideen betrachten, wer aber das Buch kennt, weiß, dass hier ohne jegliche Begründung geändert und gestrichen wurde. Netterweise hat man wenigstens die Tatsache, dass Vampire im Sonnenlicht sterben, belassen. Kommen wir nun zum Meister der Vampire - oder auch Graf Gummi, wegen der schier lächerlichen Maske. Dieses Monster soll anscheinend ein geeigneter Nachfolger Kurt Barlows sein, leider verkommt das aber zur Muppet-Show. Da ich den Film nicht kaputt machen will, nun zu den positiven Sachen. Die Schauspieler sind gut, selbst die Kinder bringen eine recht gute Leistung an den Tag. Die Atmosphäre ist auch einigermaßen gelungen. Die Story an sich ist gar nicht mal schlecht, aber halt gewöhnungsbedürfitg.
Fazit
Salem 2 versucht, neues in die Vampirwelt zu bringen, schafft das aber nur mäßig. Wer den Vorgänger nicht kennt und keinen großen Wert auf Schock-Szenen legt, kann sich mit diesem Film einen relativ schönen Abend machen; alle, die das Buch und den Orginal-Film kennen, sollten nicht allzu viel erwarten.
5/10