Review
von Alex Kiensch
Die Fortsetzung der Verfilmung von Stephen Kings zweitem Erfolgsroman "Brennen muss Salem" knüpft lose an die Ereignisse in dem kleinen Städtchen Salem's Lot an, das von Vampirhorden übernommen wurde. Es geht um einen Anthropologen, der mit seinem Sohn in ein von seiner Tante vererbtes Haus am Rande von Salem's Lot zieht - und schon bald feststellen muss, dass im Dorf nichts mit rechten Dingen zugeht.
Regisseur Larry Cohen inszenierte mit billigen Mitteln einen Gruselreißer, bei dem wohl höchstens eingefleischte Trash-Fans ihren Spaß haben können. Einen Großteil des Films über fragt man sich, ob Cohen überhaupt weiß, wie man einen Film macht. Da werden reihenweise Spannungsszenen verbraten, indem sie hastig und zusammenhanglos eingeleitet und von völlig uninspirierter Musik unterlegt werden. Und Schreckmomente erhalten durch das unglaubwürdige Verhalten der Figuren eher lächerliche Züge - und durch die miesen Spezialeffekte: Wenn etwa eine Gruppe Jugendlicher von Vampiren überfallen und ausgesaugt wird, sieht das wahrhaft peinlich aus. Da lutschen die Darsteller einander am Hals und ein, zwei Blutstropfen rinnen, bevor die Opfer ächzend zu Boden sinken. Klischeehafter und verstaubter kann man Vampirattacken nicht inszenieren.
Aber der Höhepunkt des Absurden bleibt das Gummimonster, das den Obervampir darstellen soll: eine billige, blaue Monstermaske mit großen Reißzähnen, vor der sich nicht einmal Kinder erschrecken dürften. Seine Auftritte sind so dümmlich, dass einem glatt die Worte fehlen.
Dem Film mangelt es jedoch nicht nur an Geld für anständige Spezialeffekte, sondern auch an Talent von Regie und Darstellern. Selbst wenn die Figuren miteinander streiten oder in Panik geraten, kommen sie kaum aus ihrer Erstarrung heraus - sie stehen einfach in den Kulissen herum und tragen mit steinerner Mimik ihre plumpen Dialoge vor. Insbesondere der Hauptdarsteller legt über die ganze Laufzeit nur einen einzigen Gesichtsausdruck auf, was dazu führt, dass er selbst in Momenten der höchsten Spannung ein irritierendes, angedeutetes Lächeln zeigt. Und die wenigen Actionszenen, die zum Ende hin dann doch noch loslegen, bestehen zum Teil aus gut erkennbaren Dokumentaraufnahmen. Billiger geht's kaum.
Immerhin: Freunde des Trashfilms werden an all dem gewiss ein bisschen Spaß haben. Und es gibt tatsächlich ein paar kleine Details, die "Salem 2 - Die Rückkehr" kurzzeitig witzig machen: etwa die wunderbar kaltschnäuzige Nebenfigur eines jüdischen Nazijägers, der sich flugs zum Vampirjäger wandelt und mit trockenen Sprüchen Pflöcke verteilt. Auch gibt es einige ironische Brechungen, wenn sich ein Vampirehepaar in ihre Särge zurückzieht und sich einen guten Tag wünscht. Und in seinen besten Momenten bietet der Film in der Darstellung der eingeschworenen Vampirgemeinde Ansätze von kritischer Metaphorik auf Gleichschaltung und totalitäre Regimes.
Bei diesen flüchtigen Andeutungen bleibt es allerdings und auch der ironische Witz kommt viel zu kurz, um "Salem 2 - Die Rückkehr" auch nur annähernd unterhaltend zu machen. Was bleibt, ist ein mit billigsten Mitteln inszenierter Trash-Streifen, der weder schauspielerisch noch inhaltlich etwas zu bieten hat. Ansehen auf eigene Gefahr!