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Das letzte Interview mit Lucio Fulci wurde 1993 aufgenommen.

Er spricht sehr schnell und hat eine Menge zu erzählen. Zuerst erwähnt er Geschichten aus seinen Anfängen. Er nennt Namen und Filme, die sicher nicht jeder kennen dürfte, wenn man sich vorher nicht mit seinen Filmen, oder dem italienischen Kino befasst hat. Danach kommen aber seine ganzen bekannten Filme, die jeder Italo-Fan kennen sollte.

Man erfährt z.B., dass seine beiden Filme Nackt über Leichen und Wolfsblut große Erfolge waren, und er schwärmt er von Florinda Bolkan, die eine super Schauspielerin für ihn ist. Seinen schlechtesten Film nennt er auch, und zwar Zombie 3, bei dem er später ausstieg und Bruno Mattei ihn beendete.

Er redet zwischendurch auch über Privates, wie z.B. den Selbstmord seiner Frau und das er danach wieder geheiratet hat, was für ihn aber ein Fehler gewesen ist.

Über Dario Argento spricht er nicht besonders positiv. Beide wurden als die Könige des Thrillers bezeichnet und waren wohl wie Konkurrenten zu der Zeit. Argento mochte ihn nicht, laut seiner Aussage. Dafür kam er mit den meisten anderen italienischen Regisseuren sehr gut zurecht und war ein großer Fan von ihnen. Bei seinen fünf Lieblingsfilmen, nennt er Federico Fellinis Amarcord als seine Nummer 1.

Mit Mario Bava war er wohl sehr gut befreundet. Beide sprachen über ihre Liebesaffären und Hunde. Bei diesem Satz musste ich lachen. Sonst gibt es eigentlich kaum lockere oder amüsante Erwähnungen. Fulci erzählt alles sehr konzentriert und präzise. Er hatte viel erlebt und kannte sich in der italienischen Filmindustrie sehr gut aus.

Die berühmten Augen-Spezialeffekte aus seinen Filmen, werden auch besprochen. Mir fehlten hier aber kurze Ausschnitte aus diesen Filmen. Wenn man schon über so viele Filme, Szenen und Leute spricht, wäre es von Vorteil, zusätzlich Fotos und kurze Filmszenen zu zeigen. Das ganze Interview ist leider ohne irgendwelche Einblendungen. Ich mag es zwar nicht, wenn Interviews ständig durch Filmszenen unterbrochen werden, aber so ein paar kurze Filmszenen über die man spricht, würde ich schon gerne sehen. Genau so ein paar Fotos der Schauspieler und Regisseure, wie auch Infotext zu bestimmten Sachen. Das würde das Interview abwechslungsreicher machen, weil auch schon die Kulisse in der er sitzt, nicht gerade schön oder interessant wirkt. Er befindet sich in einem leeren Flur, bei dem im Hintergrund eine Treppe zu sehen ist. So ein Interview sollte man lieber im Wohnzimmer oder einem Büro führen, wenn man schon drinnen filmt.

Trotz dieser kleinen Mängel, ist das ein sehr gutes Interview. Fans des Regisseurs, oder auch Italo-Fans, sollten es sich einmal anschauen.

Fazit: Für Fulci Fans ein Muss.





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