In den Augen nicht weniger US-Kritiker schnitt das Regiedebüt von Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Noah Segan ziemlich gut ab. Man lobt vor allem das Zusammenspiel der beiden Hauptakteure und die einfühlsame Geschichte zweier Außenseiter. Der erste Punkt stimmt über weite Teile, der zweite kommt allerdings nicht über Oberflächlichkeiten hinaus.
Francis (Segan) ist seit rund 115 Jahren ein Vampir und Einzelgänger, der seit geraumer Zeit mit seinem Plymouth Barracuda durch die Lande zieht und sich nachts in seinem Muscle Car schlafen legt. Als eines Tages die 15jährige Jane (Victoria Moroles) auf der Hotelmatte steht und behauptet seine Tochter zu sein, gerät der Trott des Vampirs komplett aus den Fugen…
Das Werk wird zwar als Horrorkomödie gehandelt, doch das schimmert nur allzu selten durch. Die Vampireinsätze entpuppen sich als weitgehend blutleer und obgleich es hier und da Leichen gibt, wird nicht einmal herzhaft zugelangt. Entsprechend sind bei den Blutsaugern (die Tochter ist ein Hybrid und kann tagsüber hinaus) nie mehr als Vampirzähne zu sehen.
Auch der Humor kommt reichlich kurz und generiert selten mehr als ein leichtes Schmunzeln, zumal die ernsten, zuweilen melancholisch anmutenden Momente deutlich in der Überzahl sind. Dabei ist der übliche Vater/Tochter-Konflikt von wenig überraschenden Etappen geprägt: Erst ziert er sich komplett, dann will sie die Reißleine ziehen, doch irgendwann reifen gewisse Erkenntnisse, welche trotz anhaltender Probleme zusammenführen.
Jedoch erfährt man nur spärliche Informationen über den Werdegang des Vampirs, welcher offenbar jüdische Wurzeln hat und laut eigenen Angaben auch mal eine Familie hatte. Immerhin reichen einige Fakten über die gestrandete Tochter aus, um ihre Misere nachvollziehen zu können, woraufhin zumindest zur Hälfte Empathie geschürt wird.
Es folgt ein wenig aufregender, über weite Teile recht handzahmer Roadtrip, welcher wenige Überraschungen und noch weniger Spannung offenbart.
Die schauspielerischen Leistungen gehen zwar in Ordnung und die Chemie zwischen dem Duo stimmt, doch etwaige Konflikte gehen deutlich zu selten in die Tiefe, um emotional zu berühren. Gleichermaßen strauchelt die Geschichte gegen Ende immer deutlicher, was der weitgehend offen gehaltene Ausgang nur allzu deutlich untermauert: Es fehlt an zündenden Ideen und einer kreativen Ausführung der an sich tauglichen Prämisse.
Insofern entpuppt sich der Streifen trotz sympathischer Ansätze als Enttäuschung in Form eines recht fad anmutenden Coming-of-Age Vehikels, dem es darüber hinaus am sprichwörtlichen Biss mangelt.
4 von 10