Belagerungsszenarien in der Wüste genießen einige Vorteile: Die Domizile liegen meistens recht abgelegen, Hilfe ist meilenweit nicht in Sicht und man muss sich auf die eigenen Fähigkeiten besinnen, da technische Hilfsmittel arg begrenzt sind. Folgerichtig orientiert sich das Spielfilmdebüt von Erik Boccio an den Grindhousefilmen der 70er und schürt zumindest einen angemessen dreckigen Look.
Als Kiera und ihre Freunde in der Wüste von dem Eremiten Reed vertrieben werden, treibt es die drei direkt in die Fänge einer Teufelssekte unter der Leitung von Priesterin Claire. Kiera flüchtet verletzt zum Haus eben jenes Einsiedlers, der sie eben noch vertreiben wollte…
Die Exposition anno 1978 fügt sich gut in den rauen Ton der Erzählung ein, als ein Paar mit hochschwangerer Frau eine bitterböse Überraschung erlebt und man sich unweigerlich die Frage stellt, ob hier bereits ein Bezug mit dem titelgebenden Bastard hergestellt wird.
Aber auch im Hier und Jetzt bietet das nächtliche Wüstenflair eine dreckige Atmosphäre, die sich im Haus von Reed fortsetzt. Dieser bastelt seinen hochprozentigen Met zusammen, kümmert sich um den einzigen sozialen Kontakt in Form der Schildkröte Marlon und ist auffallend darum bedacht, Schmutz und Flecken in seiner Behausung zu vermeiden.
Das in nur zehn Nächten in der Kalifornischen Wüste abgedrehte Projekt ist in ein sichtlich geringes Budget eingebettet, welches dennoch mit einigen praktischen Gewalteinlagen um die Ecke kommt. Es gibt einige Messerschnitte, zertrümmerte Schädel und Gewehrschüsse mit mächtiger Streumunition, wonach sich die Effekte durch die Bank sehen lassen können.
Innerhalb des Home Invasion Szenarios kommt es am Rande zu kleinen körperlichen Auseinandersetzungen, die in ihrem grobschlächtigen Stil zwar keine ausgefeilte Choreo aufweisen, aber die ungeschliffene Art passt recht gut zu den Rednecks und den Teufelsanhängern.
Zwar fallen die Figurenzeichnungen innerhalb des simplen Spiels zwischen Gut und Böse tauglich aus und die Entwicklung zwischen Reed und Kiera hält eine gewisse Grundspannung, doch einige Dialoge hätten definitiv etwas mehr Feinschliff vertragen können, was sich gleichermaßen auf die Leistung sämtlicher Darsteller bezieht, die größtenteils recht holzklotzartig performen. Auch der Score, der mehrheitlich im Hintergrund dudelt und zuweilen mit Synthie-Bässen der frühen 80er hantiert, hätte die eine oder andere markante Note vertragen können.
Innerhalb der rund knackigen 82 Minuten Laufzeit entstehen keine auffälligen Längen und doch hätte der Stoff die eine oder andere Abkehr von Genreklischees vertragen können. Schließlich impliziert der Showdown noch eine kleine Wendung und die letzte Szene ist nicht frei von Ironie, doch mittendrin mangelt es dem Geschehen oftmals an spannenden Herausforderungen, was die Angelegenheit unterm Strich recht durchschnittlich aussehen lässt.
5,5 von 10