Die Mitglieder der Metal-Band The Ravens sind auf Tour durch sämtliche heruntergekommenen Venues im argentinischen Hinterland und geraten dabei an die hübsche Gothic-Maus Carlita, die sie in die ehemals überflutete Geisterstadt Epecuén lockt... wo ihre kannibalistische Sippschaft lauert, die seit dem Falklandkrieg sämtliche Durchreisenden im wahrsten Wortsinn zum Fressen gern hat. Klar, dass die Musiker nun auch prompt auf der Speisekarte landen... Warum nun ausgerechnet der 2017er-"What the Waters Left Behind" - eine gerade mal mittelmäßige "Texas Chainsaw Massacre"-Kopie, die inhaltlich nichts Neues gebracht und sich lediglich durch die irreale Atmosphäre ihres Drehorts knapp über Wasser gehalten hat - eine Fortsetzung erfahren musste, erschließt sich mir nicht wirklich, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendjemand danach geschrien hat... aber es gibt ja auch fünf "Wrong Turn"-Sequels und 'nen Reboot, die keiner braucht, also was soll's? Eine wirkliche Notwendigkeit, das sowieso nur hauchdünne Geschichtchen des Vorgängers trotz des modisch offenen Endes weiterzuerzählen, bestand da jedenfalls beileibe nicht und so kocht "What the Waters Left Behind: Scars" halt wirklich nur dasselbe Degenerierten-Süppchen wieder auf, das man schon so oft zuvor geschlürft hat und spart sich im direkten Vergleich zu so manch anderen Terror- und Folterfilmchen-Exemplaren allenfalls die ganz groß angelegten Gore-Eskapaden, denn allzu detailreich geht es in den wenigen Gewalt-Einlagen nicht zu (den heftigsten Splatter-Moment gibt es hier gar bereits direkt zu Beginn in der Teaser-Sequenz vor den Anfangs-Credits, go figure!). So sei dann von meiner Seite aus die Vermutung gestattet, dass sich Regisseur Nicolás Onetti - der dieses Mal ohne seinen Bruder Luciano zugange ist - hier kräftig ins eigene Knie gebohrt und seine möglicherweise angedachte, argentinische Genre-Franchise mit diesem Sequel bereits schon wieder abgewürgt hat, denn der gemeine Gorebauer quält sich zwar gerne mal durch so ein heftig langweiliges Filmchen... aber nur, wenn er dafür auch mit blutigen Leckerlis belohnt wird, was hier nicht der Fall ist. Ein wenig zum Rettungsanker des Ganzen geraten da wie bereits im ersten Teil jene Szenen, die da in der stimmungsvollen Location Epecuén spielen und die tatsächlich einen Mehrwert gegenüber dem x-ten dahergelaufenene US-Backwoods-Streifen bieten... doch leider gibt es davon nur recht wenige im Mittelteil des Films, bevor es im Anschluss wieder ab in den Schlachthof geht. Das Schicksal der schwach gemimten Kanonenfutter-Figuren, die bis dahin nur Sex, Drogen und Saufen im Kopf hatten und nicht so wirklich die Zuschauer-Sympathien auf sich ziehen konnten, interessiert einen dort dann aber auch nicht mehr so wirklich, was doch ziemlich fatal ist, denn der Streifen ist da erst zur Hälfte rum und geht noch 40 Minuten, *ächz*. Also, ich würde nicht so weit gehen und "What the Waters Left Behind: Scars" als Enttäuschung deklarieren (weil das impliziert, dass da im Vorfeld von meiner Seite aus irgendwelche Erwartungen vorhanden gewesen wären!), aber er ist deutlich schwächer als der Vorgänger und kann von mir aus auch vom Wasser wieder weit, weit weggespült werden...
4/10