Review

So einigermaßen brauchbar bis erfrischend reif ist ja fast alles, was die iberische Halbinsel so auf den Markt pustet und das gilt – so viel kann ich wohlwollend sagen – auch für „The Communion Girl“, der trotz Folklore so gut amerikanisiert wirkt, dass nur anhand der Drehorte erkennbar ist, aus welchem Kulturkreis hier die Bedrohung kommt.

Also „Communion Girl“: was zur Folge hat, dass die kleinen Mädchen, die an der lokalen Kirche ihre Kommunion erhalten, eine hübsche kleine Puppe mit sich herum tragen. Wäre alles ganz beschaulich, wäre das besagte Püppchen aus dem Titel nicht enorm fluchbeladen, was hier im Örtchen alle irgendwie im Hinterkopf wissen, aber natürlich nach alter Horrorfilmsitte so lange verschweigen, bis man ihnen das Kassengebiss mit dem Vorschlaghammer öffnet.

Unsere Heldin ist dann – logo – auch aus einer belebteren Gegend in das Nest Terragona gezogen, hat aber doch eine Freundin gefunden (die natürlich auch nicht eben die Bestangesehenste ist) und wenn die Hormone deftig kicken, dann verbringt man auch schon mal den Abend beim Tanz mit zwei blöden Schulrowdys, solange die ein Auto am Start haben. Die gemeinsame Heimfahrt sorgt dann erst für Klischees (Geisterhaftes Mädchen überquert als jump scare die Straße), dann findet Sara die Puppe. Und alsbald geht der Affentanz los.

Ich will nicht zu viel verraten, aber wie das mit den fluchbeladenen Gegenständen nun mal so ist, endet das übel für die beteiligte Teenagerschaft, wobei ich aber erneut positiv erwähnen muss, dass Victor Garcia sich so einige schön gruselige Tableaus und einige Überraschungsknaller ausgedacht hat, die den Abzählreim des Genre auf eine unterhaltsame Ebene ablenken. Also nicht nur das gelenkknackende Geistermädchen von der Stange, sondern einige gut gewähle Szenerien.

Und wenn dann in Hälfte 2 die Herkunft des Fluchs und seine Verursacher mal ausgehoben werden und auch Monsignore beim Glockenstrangziehen nicht mehr seines Lebens sicher ist, dann hält es einen doch solide bei der Stange.

Das „Lost Children“-Thema ist in einem so vorbelasteten Land natürlich auch immer dabei, aber für etwas, was man sich vermutlich aus dem Videothekenstapel gezogen hätte, hat der Film wirklich stabile Klasse, ohne unbedingt speziell auf Gore zu setzen und auch ohne die Jugendlichen zu infantil zu gestalten.

Solide 6,5/10






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