Review

Baskenball der Bäume, Büsche & Bäche


„Irati“ erzählt episch und märchenhaft aus einer Zeit, in der im baskischen Spanien das Christentum gerade sämtliche andere Religionen verdrängt, von einem Königssohn und seiner Bekanntschaft mit Sagengestalten und alten Göttinnen…

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Baskenländchen

Von Zyklopen zu Verrat, von „The Green Knight“ bis „Sindbads Reise“, von der Natur bis zum Christentum, von Fabeln zu Fakten. „Irati“ ist breit, episch und ambitioniert, sehr spanisch und persönlich. Ein wahrhafter Fantasyrausch, vom Tempo und den Ereignissen oft genug eher auf Sparflamme. Aber Fans von „Excalibur“ oder „Willow“ kommen definitiv auf ihre Kosten. Die Effekte sehen gut aus für seine Herkunft und Budgetklasse. Der Film traut sich was und wirkt alles andere als Hollywood. Da sollte zumindest jedem Basken und Fantasyfan das Herz aufgehen. Im Kern auch eine legendäre Liebesgeschichte. Düster und durchdrungen. Bart und Frisur des Helden wirken vielleicht etwas zu gestriegelt und modern, glatt, perfekt. Allgemein ist der Darsteller des Helden jetzt nicht der Ausdrucksstärkste. Und ein paar Längen und Dürren in Sachen Vorwärtsdrang muss man überstehen. Dennoch kommen dichte Atmosphäre und klassische Abenteuerschule zur Geltung. Umso größer die Leinwand, desto besser. Das gilt fast für jeden Film, hier jedoch außerordentlich. 

Fazit: ein etwas ereignisloses Epos aus Nordspanien. Harryhausen-Vibes, religiöser angehaucht. Etwas Conan für Arme. Aber definitiv nicht mies. Alles andere als das. Wenn man dem Genre zugetan und etwas ausgehungert ist. 

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