Review
von Leimbacher-Mario
Die Dunkelheit starrt zurück
Wie eine budgetsparende und eher metaphorisch wirkende Mischung aus „Der Nebel“, „High-Rise“ und „La Haine“. Gegen Ende sogar mit leichten „Delicatessen“-Vibes. „Lockdown Tower“ kann man als leider zu theoretischen Quarantänefilm einordnen. Er erzählt von bzw. handelt komplett in einem Hochhaus eines eher durchwachsenen Pariser Vororts, das sich plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten sieht. Denn eine mysteriöse, komplett undurchsichtige und bei Berührung zerstörerische schwarze Schicht überzieht das Gebäude - was natürlich schnell zu endzeitlich-ekligen Konflikten innerhalb des Multi-Kulti-„Containers“ führt…
Attack the Block
Die Stimmung, Dunkelheit und betäubende (Un)Menschlichkeit, die „La Tour“ durchsetzt, ist ohne Frage ein Highlight, zieht sich immer mehr wie eine Schlinge zu und nimmt einen ein, hüllt einen aus. Die Darsteller spielen zudem intensiv und aufopferungsvoll, die Themen vom alles verschlingenden Überlebensinstinkt beißen zu und bleiben bei einem. Aber das war es dann auch schon an Positivem für mich. Dass es sehr viele Charaktere und eher Klischees bzw. Figurentypen gibt, lässt keine Identifikation zu und hält einen sehr auf Abstand. Dass man nicht den Hauch an einer Erklärung oder zumindest Hinweisen dafür interessiert ist, lässt mich unbefriedigt zurück. Das Ende hinterließ Kopfschütteln und Enttäuschung, man kann es nicht anders sagen. Da war dann endgültig die Luft raus. Es fehlen insgesamt auch massiv Höhepunkte, Eckpunkte und starke, in Erinnerung bleibende Szenen. Die Zeitsprünge lassen eher Schmunzeln als Schock zurück. Das plätschert düster und gedimmt als deprimierende Gesellschafts- und Menschheitscollage vor sich hin - gänzlich ohne einem neue Erkenntnisse, Lösungen oder Ideen mitzugeben. Schade, dabei war mehr drin. Nur die kindlich gekritzelten Credits finde ich gänzlich gelungen.
Fazit: selbst wenn Atmosphäre und menschliche Abgründe absolut dreckig, fies und hoffnungslos dargestellt werden, interessante ethische wie gesellschaftliche Ansätze da sind - „La Tour“ fühlt sich viel länger an als er müsste, hat kaum Höhepunkte, keine klaren Hauptfiguren oder Sympathieträger, keine Erklärungen, nichtmal Ansätze davon - und obendrauf ein extrem plötzliches, unbefriedigendes Ende. Das reicht leider nicht.