Review
von Leimbacher-Mario
Spanische Stangenware
Der Generationenkonflikt beschäftigt (genauso wie die Klimaerwärmung) auch Spanien. Ähnlich (nur etwas besser) wie der letztjährige deutsche Netflix- und Festivalbeitrag „Old People“, bahnt sich in „The Elderly“ scheinbar eine Opakalypse an, denn hier greifen nicht nur die Temperaturen nach Rekorden, sondern auch die Großeltern nach dem Leben ihrer Kinder und Enkel…
Als Vorbereitung hatte ich „The Passenger“ von den beiden im Team arbeitenden Regisseuren gesehen, der gar nicht lange braucht um das Gaspedal zu finden und zum Punkt zu kommen. Der gefiel mir gut. Leider sieht das bei „Viejo“ ein wenig anders aus. Zumindest im Großteil der Laufzeit. Denn für gefühlt über eine Stunde trudelt dieser Rentnerhorror unfassbar lethargisch und platt vor sich her. In dieser filmischen Dürreperiode halten mich hier nur die enorm attraktive Gamertochter und vage Andeutungen der älteren Semester, was da noch kommen könnte, bei der Stange. Ansonsten war ich fast fasziniert, wie trantütig alles lange Zeit vorankriecht. Der Score hat vielleicht noch seine Momente. Aber ansonsten würde da daheim kaum einer bei wach bleiben. Egal wie laut die Tonspur aufdreht, wenn übertrieben gesagt mal wieder eine Katze durch das Bild springt. Oder eben eine Oma im Schatten steht. Aber danach kommt eben der Climax - und der liefert dann endlich ab. Eine düstere, fast Fulci-artige Atmosphäre wird plötzlich auf die Welt losgelassen, voller nackter Ü80er und eingebauter Batterien. Da sind dann Cronenberg und Carpenter auch nicht mehr weit, sodass man sich noch verdutzter fragt, wie auf einmal, aber deutlich zu spät, die Valium endlich aus dem Filmkörper gelangen konnte. Und dann ist’s mit einem Paukenschlag auch schon zu Ende.
Fazit: 80% seiner Zeit total öde, beliebig und leer. Trotz Namensvetter ein absoluter 08/15-Daddy, viele leere Versprechungen, blöde Jumpscares, immerhin eine verdammt ansehnliche Heldin. Dann reißt das Finale aber doch noch etwas raus.