Review

Mit dem Vanity-Nummernschild „H4Z4RD“ an seinem aufgemotzten Lexus macht Noah ganz schön auf dicke Hose, dabei ist er eigentlich ein ganz Netter, der seiner Freundin brav verspricht, die gemeinsame Tochter um halb Vier von der Schule abzuholen. Vorher steht nur noch eine klitzekleine Spritztour mit Carlos an, bei der ordentlich Benzingeld rausspringen soll. Klar, dass der Deal komplett eskaliert und unsere Freunde bald mit großen Einschusslöchern und noch größeren Problemen konfrontiert werden. 

H4Z4RD ist der Lexus-Werbespot, den Toyota wohl nie in Auftrag gegeben hätte (obwohl die Marken als Partner im Abspann genannt werden). Zu sehen, wie Noahs gepflegter und gepimpter Liebling im Verlauf des Films zunehmend in Mitleidenschaft gezogen wird, tut selbst überzeugten Fahrradfahrern in der Seele weh. Dabei war seine größte Sorge zu Beginn des Films nur ein kleiner Riss in der Windschutzscheibe, den Starglass in Nullkommanix repariert hätte… 

Obwohl Jonas Govaerts (CUB) Film die meiste Zeit in einem Auto spielt, wird es keine Minute langweilig. Das verdankt der Film dem abwechslungsreichen Drehbuch von Trent Haaga (CHEAP THRILLS, 68 KILL, GIRL ON THE THIRD FLOOR), das zahlreiche abstruse Überraschungen aus dem Ärmel schüttelt, sowie dem Einfallsreichtum von Govaerts Regie, der sichtlich Spaß daran hatte, den beschränkten Raum des Fahrzeugs für witzige Kameraperspektiven zu nutzen. 

So knüpft der Film in seinen besten Momenten fast schon an die herrlich respektlos-brutalen Gangsterkomödien von Lasse Spang Olsen & Anders Thomas Jensen (IN CHINA ESSEN SIE HUNDE, OLD MEN IN NEW CARS) an. Gehirn aus, Bier auf, dann hat man hier so richtig Spaß.

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