Royal Creepenbaums
Zwei unterschiedliche aber sich scheinbar ergänzende Frauen verknallen sich leidenschaftlich Hals über Kopf ineinander - doch die anhängliche Familie (vor allem jüdische Mutter der einen!) und die religiös-kulturellen Unterschiede legen dem süßen Paar erhebliche und ziemlich grundfeste Steine in den Weg ihrer authentischen und jungen Liebe...
Beziehung auf der Probe
"Attachment" lebt vor allem von seinen glaubhaften Figuren und Beziehungen, von religiöser Exotik und einer cleveren Mixtur aus Komik und Grusel. Noch dazu sieht man eine der glaubhafteren lesbischen Beziehungen seit Ewigkeiten im Genrebereich, durchaus Stilsicherheit und kriegt einen guten Einblick in jüdisch-düstere Mythen. "Der Golem, wie er in die Welt trat" wird nicht umsonst zitiert. Und beide Hauptdarstellerinnen spulen ein sehr erstaunliches Pensum zwischen Liebe, Glück, Unsicherheit, Angst bis hin zu purer dämonischer Besessenheit ab. Und diese geschickte Wage aus Situationskomik und religiös-mütterlichen Abstrusitäten, zwischen frischer Liebe und alteingesessenen Riten, zwischen Menschlichkeit und Spiritualität kommt gelungen rüber. Die Situation wirkt frisch und selten berechenbar. Trotzdem klare Linien, glaubhafte Gefühle, gruselige Altertümlichkeiten, starke Wendungen. All das lässt "Attachment" absolut am Zahn der Zeit scheinen. Europäisch, energisch, effizient. Aber ganz klar eher Charakter- und Beziehungsstück als wahrer Horror. Und doch eben "wahrster" Horror, weil er seine (auch negative) Energien dermaßen aus seinen Menschlichkeiten und Alltäglichkeiten zieht. Mehr als nur Folklore. Intuitiv und anständig. Bei den beiden will man unbedingt einigermaßen ein Happy End...
Dybbuks & Deuvelsmütter
Fazit: so frisch wie frisch nur geht... eine gruselige (!) RomCom zeitgleich mit Wohlfühl- als auch Gänsehautfaktor. Religiös, lesbisch, speziell. Ein Cocktail, der manche Teile der aktuellen Gesellschaft allein dadurch schon bis auf's Blut mehrfach reizt... aber für die kranke Welt in der und ekligen Menschen mit denen wir leben, kann dieser quirlige und authentische, auch lustige Genremix ja nichts... Erfrischend und mutig.