Review

Ähnlich wie einst der Slender Man basiert auch die vorliegende Titelfigur auf einem Internet-Phänomen, welches stellvertretend für irgendwelche Horror-Memes steht. Im Grunde wurde das Konzept von „The Ring“ einmal mehr ins digitale Zeitalter übersetzt: Schnappe es auf und es verfolgt dich.

Asha hat wie viele Jugendliche in der Vorstadt bereits von dem Internet-Monster Grimcutty gehört, doch die Kreatur erscheint ihr in einer realen Variante und verletzt sie am Arm. Während die Eltern versuchen, sämtliche digitale Kommunikationsmittel vor ihr und ihrem Bruder zu verbergen, sucht Asha nach Möglichkeiten, dem Ursprung der Erscheinung auf den Grund zu gehen…

Nicht uninteressant ist der Aspekt, welche Kluft sich zuweilen zwischen den Generationen ergibt, obgleich die komplette Familie wie selbstverständlich alle Formen moderner Medien nutzt, während Asha versucht, ihren Videokanal zu etablieren. Die leicht überfürsorglichen Eltern drängen indes auf einen digitalfreien Tag in der Woche, was allerdings nach hinten losgeht und das ohnehin schon vorhandene, gegenseitige Misstrauen noch intensiviert. Mit dem Auftauchen von Grimcutty baut sich bei einigen Eltern eine Art Verschwörungstheorie auf, was den Teufelskreis erst in Gang setzt und wodurch das Monster seine Energie bezieht.

Jenes taucht relativ zeitig auf und ist aus der Distanz betracht eine durchaus Furcht einflößende Erscheinung. Die Gestalt ist überdimensional groß, hat keinen Hals, rote Augen und ein bleiches Gesicht, dazu ein Lächeln mit spitzen Zähnen. Von nahem betrachtet, was im Verlauf leider ein wenig zu häufig auszumachen ist, schimmern die etwas lieblos eingesetzten CGI eher negativ durch, die Gesichtszüge sind schlicht zu glatt und undetailliert geraten.

Obgleich sich in regelmäßigen Abständen Angriffe ergeben und einige Ortswechsel für etwas Abwechslung sorgen, ist innerhalb der Geschichte bereits vor dem Finale alles gesagt und nicht selten irritieren willkürlich anmutende Verhaltensweisen einiger Figuren, was sich bis zum Showdown erstreckt. Auch der Blutgehalt fällt vergleichsweise niedrig aus, denn bis auf ein paar Verletzungen durch Messerklingen ist nicht mehr mitzunehmen.

Demgegenüber performen die Mimen brauchbar, der Score untermalt zweckdienlich und das ansonsten unauffällige Handwerk fällt solide aus. Storytechnisch wäre hingegen ein wenig mehr drin gewesen, wobei der perfide Aspekt der hysterisch reagierenden Eltern und dem damit einhergehenden Auftauchen der Kreatur für taugliche Spannungsmomente sorgt.
So unterhält der Streifen zwar deutlich besser als der ähnlich gelagerte „Slender Man“, doch auch Grimcutty nutzt sein Potenzial leider nicht voll aus.
Knapp
6 von 10

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