Das Internet als fester Bestandteil des täglichen Lebens ist für die allermeisten Jugendlichen kaum mehr wegzudenken - so auch bei Asha Chaudhry (Sara Wolfkind), die gerade einen eigenen Video-Kanal eröffnet hat, den sie mit Entspannungsclips bespielt. Dafür hat sie ihre Teilnahme am Handball-Team ihrer Schule aufgegeben, sehr zum Leidwesen ihres Vaters, der dem Internet, vor allem aber dessen beherrschender Stellung im Leben junger Menschen, sehr skeptisch gegenübersteht.
Als sich mit dem titelgebenden Internetphänomen Grimcutty, einem aus dem Nichts auftauchenden bedrohlichen Monster, ein neuer Hype unter den Teenagern der US-amerikanischen Kleinstadt ausbreitet, in deren Folge zahlreiche junge Menschen mit Schnitt- und Stichverletzungen in die Krankenhäuser eingeliefert werden, fühlt sich Ashas Vater erst recht bestätigt: sie und ihr jüngerer Bruder müssen ihre Handies, Laptops etc. abliefern, die die Eltern in einer Detox genannten Box einfach wegsperren. Damit ist der Fall jedoch keineswegs erledigt, denn der Grimcutty verfolgt auch Asha, die sich gegen ihn verteidigen muß, sich dabei aber selbst verletzt. Die herbeigerufene Polizei findet - wie in jedem der zahlreichen ähnlichen Fälle der letzten Tage - jedoch keinerlei Spuren eines Eindringlings und schließt auf Selbstverletzung der Jugendlichen.
Asha allerdings will hinter das Geheimnis des Internetphänomens kommen, klaut verbotenerweise ihr Handy aus der Box und besucht mit einer Freundin eine Grimcutty-Party in der Nachbarschaft. Dort erscheint das Monster abermals und bedroht sie, verschwindet aber in dem Moment, als Ashas wachsame Eltern auftauchen und sie dort abholen. Solchermaßen abermals eingeschränkt beauftragt Asha nun ihren bisher unbeteiligten jüngeren Bruder, mit einem Ersatz-Laptop nach dem Grimcutty zu forschen, und tatsächlich findet sie eine heiße Spur...
Mit seinem Thriller Grimcutty beleuchtet Regisseur John Ross ein vorwiegend bei jungen Leuten auftauchendes (fiktives) Netz-Phänomen, welches seine Vorbilder u.a. in der (realen) Momo Challenge hat: hier ist es ein Monster, das nur von bestimmten Teenagern wahrgenommen wird, Erwachsenen jedoch völlig verborgen bleibt und durch seine durchaus schmerzhaften Folgen für reichlich Verwirrung bezüglich Herkunft und Schuldfrage sorgt. Leider ist letzterer Aspekt dann auch das hervorstechendste Merkmal dieses Gruselstreifens, der sich speziell an ein jugendliches Publikum richtet und zugunsten einiger Schreckmomente sämtliche logischen Zusammenhänge außer Acht läßt.
Zwar hebt das Drehbuch den Kontrast zwischen (über)besorgten Eltern und coolen Kids besonders deutlich hervor, versäumt es jedoch, eine handfeste Begründung für Existenz und Motivation des Monsters zu liefern. Das sich später herauskristallisierende auslösende Moment für das Erscheinen des Grimcuttys jedenfalls ist derart unglaubwürdig bis blödsinnig, daß jedem Genre-Freund schlicht die Haare zu Berge stehen. Dazu kommt das filmdramaturgisch wenig durchdachte, relativ frühe Auftauchen eines allzu offensichtlich am Computer gestylten spinnengliedrigen Monsters mit roten Augen, das somit kaum Beklemmung erzeugt und die geringe Spannung durch sein wiederholtes, stets gleichförmiges Auftreten auch kaum zu steigern vermag.
Grimcutty erinnert von Thematik und Aufmachung her an den grottigen 2018er Slender Man, hebt sich von diesem jedoch zumindest durch die engagierte Darbietung seiner Hauptdarstellerin Sara Wolfkind ab - mehr als (ohnehin großzügige) 4 Punkte sind für den wenig ausgefeilten Streifen mit seinen hanebüchenen Logiklöchern jedoch nicht drin.